Über die Autorin

B. Jürschik-Busbach ©

Sie dürfen mir glauben: Ich hatte nie vor ein Buch über eine durch Zecken übertragene Krankheit zu schreiben. Als ich im Frühjahr 2007 die Diagnose erhielt, wusste ich so wenig über Borreliose, dass ich dachte, es müsse sich um einen Irrtum handeln. Schließlich konnte ich mich weder an einen Zeckenstich, noch an eine Wanderröte erinnern. Ich dachte sogar: “Gut, dass es nicht FSME ist.” Damals glaubte ich noch, FSME sei die häufigste durch Zecken übertragene Infektion.

Heute weiß ich, dass ich eine von mindestens knapp einer Million Menschen bin, die in Deutschland jährlich neu an Borreliose erkranken. Nichtsahnend zog ich mit einem Antibiotika-Rezept für einige Wochen von dannen und freute mich auf die baldige Genesung. Es kam anders. Die gesundheitlichen Probleme wurden immer größer; die Beschwerden häuften sich beängstigend. Das sei das bekannte “Post-Lyme-Syndrom” hieß es, da könne man nichts machen – ich solle abwarten.

Ich wartete, aber die Zweifel wuchsen. Waren nicht doch noch Borrelien am Werk und sorgten für die bunt schillernde Symptomatik? Erneut ließ ich mich testen. Dieses Mal in einem spezialisierten Labor – auch auf Ko-Infektionen. Und siehe da: Weitere Krankheitserreger waren durch den unbemerkt gebliebenen Zeckenstich übertragen worden. Babesien und Ehrlichien tummelten sich in meinem Körper – gemeinsam mit Borrelien, die immer noch fröhliche Urständ feierten. Von wegen „Post-Lyme-Syndrom“.

Fragen drängten sich plötzlich auf. Stimmt etwas nicht mit dem Behandlungsstandard? Warum hat man eine Borreliose nach 3 – 4 Wochen antibiotischer Therapie häufig immer noch nicht überwunden, auch wenn es heißt, die Therapie sei ausreichend? Warum halfen weitere Antibiotika beim vermeintlich auto-immun verursachten Post-Lyme-Syndrom? Und wieso stellte sich das Post-Lyme-Syndrom dann doch als eine floride Borrelien-Infektion heraus? Kann Borreliose chronisch werden? Und wie kann man Borreliose haben ohne Wanderröte? Bin ich falschen Informationen aufgesessen? Oder ist vielleicht etwas faul an den Informationen, die der Bevölkerung vermittelt werden? Meine Suche nach Antworten begann.

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, tobt ein heftiger medizinischer Streit um nahezu jeden Aspekt der Erkrankung. Ein Streit, dessen Wurzeln in den USA liegen, der jedoch fatale Folgen für Patienten in Europa und damit auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat. Für meine intensive Recherche war es von großem Vorteil, dass ich seinerzeit in den USA lebte und so Zugang zu wichtigen US-amerikanischen Quellen fand. Das öffnete mir Türen zu Informationen, die bisher im deutschsprachigen Raum kaum bekannt sind.

In Kapitel 1 Feindliche Übernahme habe ich meine Geschichte und meinen Weg zu diesem Buch beschrieben. Journalisten finden alle notwendigen Informationen auf www.9lebenverlag.de/presse.

Was gibt es noch zu sagen? Ich bin Jahrgang 1960, arbeitete nach dem Studium lange Jahre als Pressereferentin, Public Relations-Beraterin und Online-Redakteurin (auch im medizinischen Bereich) und zog im Sommer 2006 mit meiner Familie für einige Jahre in die USA. Es war die zweite “Auslandsstation” nach einem 2-jährigen Leben in Seoul, Südkorea. Wenn ich nicht gerade für Auftraggeber redaktionell in die Laptop-Tasten haue oder recherchiere, laufe ich für mein Leben gern Halbmarathons und dilettiere fröhlich am Klavier.

Bei meinen kilometerlangen Läufen habe ich seit vielen Jahren eine treue Begleiterin: Luna. Die Hundedame ist eine Mischung aus Samojede (Schlittenhund) und Labrador und – sie kann lächeln!