Chronische Borreliose: Ist sie real? Was E-Mail-Veröffentlichungen verraten …

Dose - Mogelpackung“Ich werde Euch alle vermissen – Euch Wissenschaftler”, sagte Phillip Baker, Borreliose-Chef der CDC, “aber nicht die Borreliose-Bekloppten.”

Diese Aussage, dokumentiert in einer E-Mail, die nun im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes an die Öffentlichkeit drang, fasst zusammen, worüber sich Ärzte und Wissenschaftler, die sich gegen die offizielle “Lyme-Borreliose-Politik” wenden, aufregen.

Die medizinische Kontroverse über Lyme-Borreliose (LB) läuft immer auf eine Frage zu: Kann Borreliose chronisch werden?

Auf der einen Seite die Graswurzelbewegung von Patientenvertretern sowie Patienten, die sagen, sie seien chronisch an LB erkrankt und behandelnde Ärzte, die den Behandlungsempfehlungen der ID$A Paroli bieten, unter ihnen offenbar jene, die Baker mit dem Begriff “Borreliose-Bekloppte” belegt.

Auf der anderen Seite stehen prominente Borreliose-Wissenschaftler, die die Behandlungsempfehlungen geschrieben haben und die den Begriff “Chronische LB” zurückweisen. Sie werden durch die Macht und das Geld der NIH und CDC gestützt. NIH- und CDC-Vertreter bestehen darauf, die ID$A-Leitlinien nur deshalb zu befürworten, weil sie ausschließlich auf Borreliose-Wissenschaft basieren.

Doch die Durchsicht der Regierungsmails zeigt eher, dass durch eine Kombination aus “hinter den Kulissen-Manövern” und langjährigen Beziehungen zwischen Wissenschaftsgruppierungen und Regierungsoffiziellen Schlachten gewonnen und Gedanken beeinflusst wurden.

E-Mails aus einer Schlüsselepoche der Borreliose-Strategie zeigen wie Regierungsbeamte gegen Gesetze kämpfen, die die staatliche Antwort auf LB – chronisch und anderweitig – neu ausgerichtet hätte, u. a. hätte man die Wissenschaftler dabei unterstützt, eine Strategie gegen chronische LB zu entwickeln.

Beamte warben einen Schlüssel-Wissenschaftler an, um LB-Tests zu erforschen, die auch zur Beilegung der Frage “chronisch oder nicht?” beitragen sollten; dieser Wissenschaftler war Mitinhaber eines Testvermarktungsunternehmens; er erhielt später Millionen Dollar an Forschungsstipendien. In einem anderen Fall wurde ein Beamter der CDC ausgewählt, um eine prestigeträchtige Quellenangabe zu einem Artikel über “chronische LB” von einem Leiter einer Forschungsgruppe zu verbreiten, der erhebliche Mittel von der CDC erhalten hatte.

Die oberste US-Gesundheitsbehörde CDC und die NIH verteidigen die Arbeitsbeziehungen, die sie zu diversen Wissenschaftlern unterhalten; sie seien in jeder Hinsicht gut für die öffentliche Gesundheit. “Die CDC, NIH und IDSA haben ein gemeinsames Ziel: Patienten zu schützen und evidenzbasierte Medizin zu unterstützen”, das sagt Charles “Ben” Beard, der Chef der für vektor-übertragene Infektionen der CDC. “Dieses Ziel beinhaltet auch die Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs), heißt es in einem ähnlichen Statement der NIH.

Das Problem ist nicht, dass die Regierungsbehörden mit Wissenschaftlern zusammenarbeiten; das Problem ist, wenn die Zusammenarbeit mit ihnen so eng wird, dass andere Ideen und Forschungsergebnisse von der “scientific in-crowd” (in etwa: wissenschaftliche Schicki-Micki-Gesellschaft) unterdrückt und zur Seite geschoben werden, sagen Experten.

“Diese medizinischen Gesellschaften werden meistens von Personen geführt, die eine Menge Verbindungen zu ihren Kollegen bei den CDC haben”, sagt Robert Higgs (Independent Institute in Oakland), der wissenschaftliche Arbeiten (peer-reviewed) veröffentlicht. Diese Gemengelage ist nicht “intrinsisch unethisch”, aber sie hat das Potenzial für unethisches Handeln.”

Ethische Regeln halten fest, dass Staatsbedienstete bei privaten Gruppen keine Behandlungen begünstigen dürfen und an offizieller Stelle verneint man auch jede Form von Bevorzugung. Doch die Therapie-Empfehlungen der ID$A werden seit 2005 auf der Website der CDC gelistet; die der ILADS nicht.

Fortsetzung folgt.

B. Jürschik-Busbach © 2013

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2 Kommentare zu Chronische Borreliose: Ist sie real? Was E-Mail-Veröffentlichungen verraten …

  1. Klaus Brutsch meint:

    *** alle, was anderes fällt mir nicht dazu ein.

  2. Thomas H. meint:

    Liebe Birgit, ein herzliches Danke schön!

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