Chronische Borreliose: Ist sie real? Was E-Mail-Veröffentlichungen verraten … Teil 2

Dose - MogelpackungIn Teil 1 ist u. a. zu lesen: “Ich werde Euch alle vermissen – Euch Wissenschaftler”, sagte Phillip Baker, Borreliose-Chef bei den CDC, “aber nicht die Borreliose-Bekloppten.” Eine Aussage, dokumentiert in einer E-Mail, die nun im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes an die Öffentlichkeit drang. Sie spiegelt den leider traurigen Stand der Dinge wider und zeigt, welchen immensen Ressentiments all jene ausgesetzt sind, die es wagen, sich gegen den medizinischen Mainstream zu stellen.

Die CDC befürwortet die Sicht, dass die Lyme-Borreliose (LB) einfach zu diagnostizieren und zu heilen sei, verursacht von einem Bakterium, das nach einer kurzzeitigen Gabe von Antibiotika im Organismus des Kranken nicht überleben könne. Gleichzeitig dauern Symptome bei einigen Menschen an – bei den CDC behauptet und glaubt man, dies habe mit einer aktiven Borreliose-Infektion nichts zu tun. Ärzte, die Borreliose-Patienten behandeln, widersprechen dieser Sicht. Sie halten die Tests für schlecht, finden es fraglich, dass eine 28-tägige Antibiotika-Therapie immer ausreichend sei und glauben, dass manche Patienten an einer persistierenden Infektion leiden: Chronische LB, ermöglicht durch das Überleben des Erregers, weil er sich an die Therapien anpassen könne. Die Forderungen dieser Mediziner nach einer Überarbeitung der Borreliose-Strategie bleibt ungehört, trotz einer wachsenden Anzahl wissenschaftlicher Artikel, die diese Annahmen stützen.

Pat Smith von der LDA: “Die CDC-Argumentation kann kaum für eine evidenzbasierte Medizin sprechen, sie ist selektiv und fadenscheinig, weil Entscheidungen über die Patientenversorgung auch die Perspektive der behandelnden Ärzte und den Input von  Patienten umfassen müssen.”

Die Dokumente von 2005 bis 2007 zeigen das Gegenteil: Ärzte, die sich auf die Behandlung von Borreliose-Patienten spezialisiert haben, wurden bei der Leitlinien-Überarbeitung 2006 nicht hinzugezogen, aber sehr wohl Staatsbeamte. Und obwohl man 1200 Seiten an Dokumenten schwärzte, zeigen die E-Mails die Stärke der Verbindung zwischen Staatsbediensteten, die die LB-Politik betreiben und das Forschungsbudget überwachen und den Wissenschaftlern der ID$A, deren Leitlinien die Versorgung der Borreliose-Patienten in den USA und indirekt auch weltweit diktieren.

Zwei CDC-Beamte waren ursprünglich für die 2006er Leitlinien-Kommission benannt; sie wurden wieder zurückgezogen, weil ihre “Beiträge das Verfassen (der Leitlinien) nicht begünstigen würde”. Nichtsdestotrotz erhielten sie die Entwürfe der geänderten Leitlinien und wurden – zusammen mit anderen – um ihren Input gebeten. Einer von ihnen wurde zum Berater für die Anerkennung der Leitlinien benannt. Die CDC sagt, die Teilnahme ihrer Angestellten an der Leitlinien-Überarbeitung sei angemessen gewesen.

Fortsetzung folgt.

B. Jürschik-Busbach © 2013

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2 Kommentare zu Chronische Borreliose: Ist sie real? Was E-Mail-Veröffentlichungen verraten … Teil 2

  1. Klaus Brutsch meint:

    Die Zeit ist mit uns.

  2. Thomas H. meint:

    Liebe Birgit, ein herzliches Danke schön!

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