Borreliose – Problemlösung durch konsequente Realitätsverweigerung?

Den Kopf in den Sand steckenLassen sich Probleme bei der Borreliose durch konsequente Realitätsverweigerung lösen?

In Deutschland und in anderen Ländern scheint man sich dieser Annahme hinzugeben. Anstatt Langzeitstudien zur häufigsten vektor-übertragenen bakteriellen Infektion auf den Weg zu bringen, wundert man sich, dass es Borreliose-Patienten weltweit auf die Straße treibt.

In der Süddeutschen stand es zu lesen: Bei der Borreliose fehle es an allem, was medizinisch notwendig ist. Wohl wahr. Standardisierte, zuverlässige Diagnostik? Fehlanzeige, siehe: http://news.doccheck.com/de/7598/lyme-borreliose-wurfelspiele-mit-elisa/?profession=arzt&context=taxonomy

Standardisierte, zuverlässig heilende Therapie? Ebenfalls Fehlanzeige. Es lässt sich noch nicht einmal nachweisen, ob jemand sicher von seinen Borrelien befreit und geheilt wurde. Erstaunlich, nicht wahr?

Noch erstaunlicher mutet das Vokabular an, mit dem inzwischen die medizinisch kontrovers diskutierte späte Borreliose bedacht wird. Da ist immer wieder von “Krieg” die Rede. Ein “Krieg”, der jedoch nicht gegen die Zeckenplage geführt wird, oder gegen die Krankheitserreger. Mitnichten. Aufgrund der unzureichenden Studienlage ist ein Meinungs”krieg” entbrannt. Kann Borreliose chronisch werden? Der Eine meint ja, der Andere glaubt nein. Siehe auch: http://bcove.me/el63opvl

Die Wissenschaft hatte mehr als 30 Jahre Zeit, um entscheidende
Fragen zur Lyme-Borreliose zu klären

Mehr als 30 Jahre ist es nun her, dass der Erreger der Borreliose entdeckt wurde. Mehr als 30 Jahre hatte die Wissenschaft Zeit, um entscheidende Fragen zu klären. Zeit genug, sollte man meinen, um leidenden Patienten und behandelnden Ärzten zum notwendigen und vor allem ergebnisoffenen Erkenntnisgewinn zu verhelfen. Aber auch hier Fehlanzeige. Die Forschungsmittel fließen und flossen in die Erforschung der Frühphase, nicht der Spätphase einer Borreliose. Und – viele Beteiligte scheinen lieber ihren Interessen zu folgen und so mancher Interessenskonflikt wird dabei wohl verheimlicht. Das Geschäft mit Impfstoffen und Diagnostika winkt, siehe auch: http://onlyme-aktion.org/die-leitlinienautoren-der-leitlinie-neuroborreliose-teil-v/ 

Wird es auf diese Weise je zu einer S3-Leitlinie kommen? Worauf wird sie basieren, angesichts fehlender neuer Erkenntnisse und Studien, angesichts möglicher Interessenskonflikte und drohendem Bias?

Das Experiment mit der spannenden Ausgangshypothese “Lassen sich Probleme durch konsequente Realitätsverweigerung lösen?” wird wohl weiter geführt …

B. Jürschik-Busbach © 2013

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2 Kommentare zu Borreliose – Problemlösung durch konsequente Realitätsverweigerung?

  1. stefan s. meint:

    Die Pharmaindustrie hat kein grosses Interesse ein Medikament gegen die Borreliose zu erfinden. Es winkt kein fetter Profit denn es sind weltweit zu wenig Patienten um ein erfolgreiches Medikament auf den Markt zu bringen. Diese Praxis hat sich doch schon tausendfach bewiesen und das bleibt auch weiter so.

  2. Regi meint:

    Es wären genug Patienten, wenn sie entsprechend diagnostiziert würden…..

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