Plötzlicher Hörverlust durch Lyme-Borreliose

Van_Gogh_-_Selbstbildnis_mit_verbundenem_Ohr.jpegIn einem retrospektiven Fallbericht und einer systematischen Literatursuche bei Pubmed und Embase wird der Fall einer Patientin beschrieben, die einen plötzlichen sensoneuronalen Hörverlust erlitten hat, nachdem sie eine Gesichtslähmung in Verbindung mit Lyme-Borreliose entwickelte (LB wurde durch einen positiven Immunoblot nachgewiesen).

Sie wurde (erfolgreich?) mit Ceftriaxon behandelt; die Gesichtslähmung verschwand, doch der Hörverlust blieb. Eine systematische Literaturrecherche ergab vier relevante Artikel mit bestätigter positiver LB-Serologie, in denen eine aktive Borreliose als Ursache für den Hörverlust in Betracht gezogen wird.

Schlussfolgerung: Die medizinische Literatur bringt einen plötzlichen sensoneuronalen Hörverlust mit einer Borrelieninfektion in Verbindung, was bei serologischen Tests auf LB bei Patienten mit plötzlich auftretender Taubheit berücksichtigt werden sollte.

B. Jürschik-Busbach © 2013
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Quelle: http://journals.lww.com/otology-neurotology/Abstract/publishahead/Lyme_Disease_Associated_With_Sudden_Sensorineural.98361.aspx

3 Kommentare zu Plötzlicher Hörverlust durch Lyme-Borreliose

  1. Klaus Brutsch meint:

    Bei Borre ist alles möglich.

  2. Dr. Hopf-Seidel meint:

    Unter einer 6-wöchigen Azithromycintherapie ohne die dazwischen notwendigen 3-4 tägigen Einnahmepausen hat eine 17-Jährige einen völligen beidseitigen Hörverlust erlitten, der auch nach Ende der Antibiose noch für Wochen anhielt. Die antibiotische Behandlung mit diesem Makrolid war wegen einer aktiven Borreliose durchgeführt worden. Danach kam es zwar zu einer völligen Erholung des Hörvermögens, aber diese medikamentöse Nebenwirkung hatte die junge Frau aber in die Psychiatrie gebracht unter der Verdachtsdiagnose ” psychogene Hörstörung”, ohne dass die aktive Borreliose oder die im Beipackzettel beschriebene seltene NW Hörverlust bei Azithromycintherapie beachtet worden wäre. Da aber die Borreliose allein schon Hörminderungen bis zum Hörsturz und Tinnitus verursachen kann, ist Vorsicht mit Azithromycin geboten, das deshalb immer nur mit mehrtägigen Pausen eingenommmen werden sollte.

    • Zeckenstich-Borreliose: Die verschwiegene Epidemie - 9 LEBEN Verlag meint:

      Vielen Dank für diesen Hinweis, liebe Frau Dr. Hopf-Seidel!
      Herzliche Grüße :-)

      Birgit Jürschik-Busbach

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