Warum es wahrscheinlich nie einen Human-Borreliose-Impfstoff geben wird …

Borreliose: Neue Erkenntnisse über Borrelien könnten zu einer ganz neuen Strategie führen, Infektionen zu reduzieren

Nach einer Studie, soeben veröffentlicht im Journal der American Society for Microbiology, reagiert das Immunsystem der Weißfußmaus, einem in den USA weitverbreiteten Wirtstier für Borrelia burgdorferi, ganz unterschiedlich auf die verschiedenen Borrelienstämme. Diese Erkenntnis könnte den Forschern helfen, das Immunsystem der Tiere zu optimieren, um eine Borreliose-Infektion zu verhindern. Ein Impfstoff, der diese Mäuse vor Borrelien schützt, könnte die Verbreitung der Infektionskrankheit von der Maus auf den Menschen deutlich einschränken.

“Es gibt keinen Human-Impfstoff und es wird wahrscheinlich auch nie einen geben”, sagt Alan Barbour, führender Autor der Studie. “Wir konzentrieren uns auf die Verringerung des Risikos. Ein Weg ist dabei die Behandlung der Tiere, die diese Krankheit in sich tragen. Die Tollwut ist ein gutes Beispiel, wie man das erreichen kann”, meint Barbour. “Man legt einen Impfstoffköder aus und reduziert damit die Tollwutrate der wildlebenden Tiere, was wiederum die Krankheitsrate bei Haustieren und Menschen signifikant verringert.”

Borreliose verusacht medizinische Kosten im Milliarden-Dollar-Bereich

Mindestens 25.000 Borreliose-Fälle werden jährlich in den USA gemeldet und die geschätzten medizinischen Kosten rangieren im Milliarden-Dollar-Bereich. Doch obwohl diese Infektionskrankheit immer bedeutsamer wird, weiß man wenig über die Evolution und Ökologie des verursachenden Bakteriums.

Barbour und seine Kollegen versuchen zu verstehen, warum es bei wildlebenden Tieren mehr als 15 verschiedene Borrelienstämme gibt. Am häufigsten findet sich bei der Weißfußmaus Borrelia burgdorferi, doch anders als bei Menschen und Labormäusen erkrankt die Weißfußmaus nicht. Die Borrelien teilen und vermehren sich in der Maus und wenn eine Zecke die Maus sticht, saugt sie die Bakterien mit ihrer Blutmahlzeit ein.

Von Mäusen und Menschen …

Im Labor (Universität Kalifornien, Irvine) setzten die Wissenschaftler Weißfußmäuse verschiedenen Borrelienstämmen aus und verfolgten die Infektionsentwicklung. Alle Bb-Stämme infizierten die Mäuse, doch einige der Stämme entwickelten sich in verschiedenem Mausgewebe sehr dicht, während andere Stämme das nicht taten.

Barbour führt dies auf das Mäuse-Immunsystem zurück. Je stärker die Immunreaktion der Maus ausfalle, desto weniger Bakterien fände man im Mäusegewebe und vice versa. Die Stämme, die in großer Dichte wachsen, sind die Stämme, die am häufigsten in der Natur anzutreffen sind. Als die Wissenschaftler die Immunreaktionen intensiver untersuchten, stellten sie fest, dass die Mäuse ganz unterschiedlich auf die verschiedenen Borrelienproteine reagierten, das wiederum könnte auch eine Erklärung für die unterschiedlichen Borrelienstämme in der Natur sein, meinen die Autoren.

Wenn man mehr über die Reaktionen der Weißfußmaus auf die verschiedenen Borrelienstämme und immungenentischen Proteine weiß, würde das den Impfstoffentwicklern helfen, die am besten geeigneten Proteine für einen Impfstoff auszusuchen. Der beste Kandidat für einen Mäuse-Impfstoff wird etwas sein, was in allen Borrelienstämmen enthalten ist, erklärt Barbour.

Borreliose-Mäuse-Impfstoff, aber keinen für Menschen

Wenn es erstmal einen Mäuse-Impfstoff gibt, muss er an immunisierten Mäusen mit ausgewählten Borrelienstämmen getestet werden. Barbour: “Wenn wir fünf finden, die repräsentativ sind, wäre das ein Vorteil.”

Die Studie, so Barbour, werde die Grundlage für weitere Studien zum Verständnis der Infektion bei Mäusen bilden, während wir einen Impfstoff entwickeln.

Recherchiert und übersetzt von B. Jürschik-Busbach © 2012 

Quellen:

http://www.eurekalert.org/pub_releases/2012-12/asfm-wss112912.php

http://mbio.asm.org/content/3/6/e00434-12

 

 

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