Borreliose Studien: Die Unterschiede machen den Unterschied

In dem lesenswerten Blog Lymepolicywonk erschien nun der 2. Teil von Dr. Fallons Erläuterungen zu den Borreliose-Studien, auf die immer wieder verwiesen wird.

Teil 1 kann hier noch einmal nachgelesen werden.

Als Service hier nun eine kurze Zusammenfassung und Übersetzung von Teil 2:

Patienten mit chronischer Lyme-Borreliose sind unterschiedlich; einige zeigen nur milde Symptome, während andere signifikant beeinträchtigt sind. Einige leiden an starken Schmerzen, andere an tiefer Erschöpfung. Dr. Fallon und seine Kollegen möchten darauf hinweisen, dass diese Unterschiede im Studiendesign wichtig sind. Ganz besonders wenn es um das Messen von Therapie-Effekten geht, die auf die gesamten Studienteilnehmer “verdurchschnittlicht” werden.

Wenn man den Therapie-Effekt auf die Erschöpfung messen möchte, ist es wichtig, dass jeder Patient in dieser Gruppe auch unter schwerer Erschöpfung leidet. Wie sonst soll man eine Verbesserung erwarten? Nimmt man den durchschnittlichen Therapie-Effekt von Probanden mit schwerer Erschöpfung plus den Effekten bei Patienten ohne Erschöpfung kommt man kaum zu brauchbaren Ergebnissen.

Borreliose – schlechtes Studiendesign führt zu fragwürdigen Ergebnissen

Forscher können derartigen Variationen zwischen Patienten durch die Auswahl der Patienten begegnen. Sie messen die primären Resultate bei den ausgewählten Patienten mit den Beeinträchtigungen zu Beginn der Studie. Also, wenn die Studie “Erschöpfung” untersucht, müssen alle Patienten unter Erschöpfung leiden. Wenn eine Studie die kognitive Beeinträchtigung untersucht, müssen alle Patienten unter kognitiver Beeinträchtigung leiden. Auf diese Weise versucht man die Patientengruppe ähnlicher/homogener zu machen.

Studien, die die Unterschiedlichkeit in ihrer Stichprobe nicht vermeiden, zeigen mit größerer Wahrscheinlichkeit keinen Unterschied bzw. keinen Effekt, wenn die unterschiedlichen Ergebnisse der Patienten gemittelt werden. Ihre Ergebnisse heben sich im Wesentlichen gegenseitig auf. Dies nennt man den Typ-II-Fehler, der passiert, wenn  man es versäumt, Unterschiede zwischen der Therapie- und der Placebo-Gruppe zu entdecken.

Dr. Fallon und seine Kollegen weisen darauf hin, dass von den vier NIH-Studien, die beiden Klempner-Studien keinen Therapie-Unterschied entdeckten. Die beiden anderen Studien (Krupp, Fallon) konnten sehr wohl Therapie-Effekte ausmachen, weil bereits im Studiendesign das Problem der Unterschiedlichkeit angegangen wurde.

Dies ist Teil zwei eines dreiteiligen Blogbeitrags, die sich auch auf den sehr wichtigen veröffentlichten Open Access-Artikel von Dr. Fallon, Direktor des Columbia Lyme Center, und Kollegen bezieht.

Recherchiert und übersetzt von B. Jürschik-Busbach © 2012 

 

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