Borreliose – ein sehr guter Vortrag von Dr. Robert O. Giguere

Dr. Robert O. Giguere von IGeneX ist hier in einem ca. einstündigen Vortrag zu sehen. Weil einige nachgefragt haben, habe ich den Vortrag mal grob zusammengefasst und übersetzt:

http://www.poughkeepsiejournal.com/videonetwork/1912086796001?nclick_check=1

Robert O. Giguere erklärt Tests auf Lyme-Borreliose bei einem Vortrag in Fishkill. Die kalifornische Firma nutzt zusätzliche Marker für Lyme Borreliose. Mit diesen Tests erzielen Patienten, die zuvor negativ abgeschnitten hatten positive Testergebnisse.

Der Borreliose-Vortrag

Giguere stellt zunächst verschiedene Zeckenarten vor, die allesamt humanpathogene Erreger verbreiten. Einige warten hungrig und geduldig, andere Arten, wie X. Scapularis gehen aggressiv auf ihre Opfer zu.

In Connecticut brauche man gar nicht mehr versuchen, Blut zu spenden, wenn man irgendwann mal an LB gelitten hat – sie nehmen das Blut von Borreliosepatienten nicht mehr an, sagt Giguere.

Leider lernen Medizinstudenten buchstäblich schon in den ersten Wochen ihres Studiums, dass man bei Verdacht auf Borreliose einen Labortest (ELISA) machen lassen soll, sei der negativ, habe der Patient auch keine Borreliose, egal, welche Symptome noch beschrieben werden.

Je häufiger Ärzte in bestimmten US-Gebieten Borreliose, desto eher wird das als politisches Statement gewertet, denn als medizinische Diagnose.

Russisch Roulette mit schlechten Tests auf Borreliose

ELISA negativ? Halt! An dieser Stelle können die Ärzte nicht weiter, weil sie damit ihre Sicherheitszone verlassen. Sie können nicht einfach einen Westernblot anfordern, wenn der ELISA negativ war.

IGenex ist von der FDA zugelassen. Es gebe kein einziges Labor, das in den USA von der FDA zertifiziert ist außer denen von der CDC!
Die Aussagen, ja aber IGenex ist nicht FDA-approved besage damit nichts, denn die anderen Labore seien auch nicht FDA-approved.
Screentest/Suchtests müssen fast 100% Sensitivität besitzen – der
ELISA komme aber nur auf eine Sensitivität zwischen 40 und 75 Prozent. Wohingegen man für Hepatitis und HIV erstklassige Suchtests habe. Die CDC sagt, dann sollen ELISA und Westernblot-Ergebnisse nur “Surveillance criteria” sein, doch die Ärzte nutzen es zur Diagnostik, obwohl die CDC ausdrücklich schreibt, dass es nur Surveillance Criteria sind.

In den USA gebe es 37 Borrelienstämme – nur drei der Hauptstämme würden jedoch für den Westernblot genutzt, was für eine frühe Lyme Borreliose (LB) noch gut funktioniere, aber nicht mehr für eine späte LB.

Im weiteren Vortrag erklärt er auch sehr gut wie Westernblotting funktioniert.

Auch Steere wunderte sich, warum selbst bei später LB immer noch IGMs zu sehen waren, das dürfte ja eigentlich nicht sein. Die Konferenz in Dearborn änderte vieles. SmithKline wollte 1997 einen Impfstoff auf den Markt werfen. Bei allen Borreliosepatienten war die 31Kd Bande der typische Marker für eine Borreliose.

SmithKlinie und Merieux (ebenfalls Impfstoffhersteller) wollten daher, dass nur 3 Banden als “Borreliosebanden” genutzt werden. Die 31kd und 34kd sollte beispielsweise für den Impfstoff “reserviert” werden, um sicher zu stellen, dass die Geimpften nicht als Erkrankte diagnostiziert werden. Damit starteten Yale und andere Universitäten ihre eigene lukrative Test-Kit-Entwicklung. Jeder, so Giguere, konnte machen, was er wollte, solange man die Impfstoff-Banden herausließ.

Borrelien auf dem Maskenball

Wenn Borrelien nicht abgetötet werden, erscheinen sie mit ständig neuen Oberflächenproteinen, dadurch haben die Patienten dauernd positive IgMs, das heißt, sie haben eine chronische Infektion!
Für die T-Zellen/Makrophagen des Immunsystems sind die ständig in neuen Verkleidungen daher kommenden Borrelien ein immer wieder  neuer Krankheitserreger.

Seit 2001 habe IGeneX jedes andere Labor hinsichtlich der Lizenzsierung an Leistungen, Genauigkeit etc. bei den Tests übertroffen (College of American Pathology überprüft regelmäßig wg. Akkreditierung), so Giguere. Dann präsentiert er Fallbeispiele, bei denen Ärzte gezielt nicht auf LB untersuchen und sich gegenseitig sagen, gebt Patient XY lieber Antidepressiva und Schmerzmittel und schickt mir so einen Patienten nicht noch einmal …

Eine 35-jährige wurde auf MS behandelt, war stattdessen ein LB-Fall. Ein Rheumatologe zog Untersuchungen für 3000 Dollar durch und fand nichts. Der Infektiologe fand auch nix – alles bestens.

Burgdorfer fand Borrelien vor allem dort, wo das Immunsystem nicht aktiv werden kann. Claro, sagt Giguere, die wollen ja überleben.

Jeder positive PCR bedeudet eine aktive Infektion, aber Ärzte rufen ihn manchmal an und sagen, der PCR sei positiv, aber die Borrelien seien tot – was für ein Unsinn! 30% der US-Patienten leiden oft bereits seit vielen Monaten an LB, das Immunsystem sei am Boden, weil Borrelien die erste Immunantwort schnell unterdrücken.

Zytokine wie IL-10 u. a. werden durch Bb erhöht, die IGG-Antwort werde unterdrückt, das Immunsystem kann nicht adäquat antworten und andere Erreger, die eigentlich viele Menschen in sich tragen, werden mit den Monaten immer aktiver, weil das Immunsystem immer weiter runterreguliert wird. Der Mensch wird immer kränker.

 

*** Zeckenstich – CO-Infektionen ***

Anaplasmen verursachen laut Dr. Giguere starke Kopf- und Muskelschmerzen.

Babesien unterdrücken sehr stark die Immunantwort. Zusammen mit LB breche das Immunsystem sehr schnell zusammen. Migräneartige Kopfschmerzen, völlige Erschöpfung, trockener Husten, Atemnot, leichte Temperaturerhöhungen seien typische Symptome. Der Goldstandard für eine Babesiendiagnose sein ein Blutausstrich, doch viele Ärzte wissen heute nicht mehr wie man Malaria und Babesien mithilfe eines Blutausstrichs diagnostiziert. Stonybroke, Columbia und IGenex hätten inzwischen gute Testsysteme für Babesien.

Bartonellen – er glaube, mehr Patienten seien mit Bartonellen infiziert, als mit Bb. Fersenschmerzen, „brennende Füße“, Hautläsionen, das ZNS ist betroffen, „Striemen“ auf der Haut seien sehr typisch. Bartonellen können kultiviert werden, es ist aber noch schwieriger als mit Bb. PCR funktioniert bei Bartonellen.

Mit unterdosiertem Doxy trainiere man Borrelien nur, damit sie noch smarter zu werden. Unter 400/500 mg pro Tag brauche man gar nicht erst anzufangen. Nicht zu vergessen: Die Zellwände müssen aufgeweicht werden, damit die Antibiotika wirken, also Quensyl, Flagyl, etc. nutzen. Man solle Antibiotika-Kombinationen anwenden, wie man das auch bei HIV-Patienten macht. Monotherapien seien nicht effektiv! Borreliose-Patienten benötigen einen ILADS-trainierten Arzt.

Recherchiert und übersetzt von B. Jürschik-Busbach © 2012 

7 Kommentare zu Borreliose – ein sehr guter Vortrag von Dr. Robert O. Giguere

  1. Daniel meint:

    Super Beitrag, vielen lieben Dank für die Übersetzung

  2. Tony Mach meint:

    Seit dem sich bestätigt hat das das WPI/VIPdx Labor wertlose XMRV Test an Patienten angedreht hat, haben Labore die neue und wundersam gute Tests anpreisen einen sehr schweren Stand bei mir. Das mag alles stimmen was der lieber Herr da erzählt, das mag aber auch die Story von der wilden Sau sein, die man da geboten bekommt.

    Bei XMRV hatte ich sehr viel Energie und Zeit meines Lebens investiert um herauszufinden was Stand der Sache ist – mit dem Ergebnis das es alles Lügen waren die aus Nevada kamen, das es nur Lügen waren die man über diese wundersamen Tests aufgetischt bekommen hatte. Ich weiß nicht ob ich nochmal soviel Zeit und Energie investieren werde in Borrelliose-Tests um am Ende mit dem Ergebnis “Alles nur Lügen” da zu stehen.

  3. Tony Mach meint:

    Achja, und er sprach von Nantucket und Martha’s Vineyard, zwei Inseln von Massachusetts, auf denen Bewohner nicht mehr Blut spenden sollen – und nicht alle Bewohner von Connecticut.

  4. Tony Mach meint:

    Und eines noch:

    Es wäre wirklich gut wenn eine schriftliche Quelle genannt würde für das ganze Wissen, das Giguere da mündlich von sich gibt. Sonst bleibt das nur eine Werbeveranstaltung für den Test seines Labors.

  5. Ingeborg Sch. meint:

    Im Namen der Selbsthilfe herzlichen Dank für das Einstellen und die Deutsch- Übersetzung.
    BORRELIEN AUF DEM MASKENBALL ist ein wichtiges Puzzleteil um eine Chr. Borreliose zu verstehen.
    Darum erstellte ich heute ein Folie um die Forschungsergebnisse von Dr. Robert O.Giguere den Gästen meiner Vorträge zu erklären.

  6. Steffi meint:

    danke für die übersetzung. seit prof. von baehr tot ist, gibt es in deutschland leiter keinen laborarzt wie giguere mehr, der ähnlich gut über borreliose informiert ist und sich auch traut, die missstände öffentlich zu benennen.

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