Zecken, Borreliose und Co-Infektionen – weiter verbreitet als gedacht? Neue Schweizer Studie

In der Studie Infections and co-infections of questing Ixodes ricinus ticks by emerging zoonotic pathogens in Western Switzerland wurden Zeckennymphen und adulte I.ricinus-Zecken an 11 Orten in der westlichen Schweiz auf Co-Infektionen untersucht.

Insgesamt 1476 Zecken wurden einzeln auf die gleichzeitige Anwesenheit von B. burgdorferi sl, Rickettsia spp., Babesia spp., Candidatus N. mikurensis und A. phagocytophilum. B. burgdorferi sl, Rickettsia spp. und Candidatus N. mikurensis untersucht. Festgestellt wurde in den Zecken an allen Standorten eine globale Prävalenz von 22,5%, 10,2% und 6,4%. Mit Babesia spp. und A. phagocytophilum infizierte Zecken zeigten eine eingeschränktere geographische Verteilung und die Prävalenz war niedriger (1,9% und 1,5%). Auch Species wie B. spielmanii, B. lusitaniae und Rickettsia monacensis, die in der Schweiz selten gemeldet werden, wurden identifiziert. Infektionen mit mehr als einer pathogenen Spezies, meist mit Borrelia spp. und R. helvetica, wurden in 19,6% der infizierten Zecken nachgewiesen. Weltweit hat man bei 34,2% der Zecken mindestens ein Pathogen gefunden.

Die Vielfalt und Häufigkeit der von Zecken übertragenen Krankheitserreger sollte ernst genommen werden

Die Vielfalt der von Zecken übertragenen Krankheitserreger in I. ricinus, die in dieser Studie erfasst wurden und die Häufigkeit von Co-Infektionen unterstreichen die Notwendigkeit, sie ernst zu nehmen, wenn es um die die Beurteilung der Risiken einer Infektion nach einem Zeckenstich geht.

In ihrem Buch “Zecken – Kleiner Stich mit bösen Folgen” schreiben die Autoren Kimmig, Hassler und Braun: “Ähnlich wie bei der Borreliose wurden menschliche Fälle von Ehrlichiosen zunächst in den Vereinigten Staaten registriert; erst mit Verspätung begann man auch in Europa danach zu suchen. Entsprechend mager sind die bisher erhobenen epidemiologischen Daten.”

Zeckenstich: Babesien sind in den USA meldepflichtig!

 

Die Babesiose ist seit dem 01.01.2011 in den USA meldepflichtig. Eine Anfrage beim Robert Koch-Institut nach etwaiger Einführung der Meldepflicht für Babesiose ergab, dass man die Lage in Deutschland hinsichtlich Gefährdung durch Co-Erreger sehr entspannt sieht.

Vorschlag: Den mehrfach verseuchten Schweizer Zecken wird an der Grenze bis auf Weiteres die Einreise nach Deutschland verweigert ;-) So einfach geht Gesundheitsfürsorge und Epidemiologie in Deutschland.

Siehe auch:

http://www.verschwiegene-epidemie.de/2012/07/zeckenstich-babesiose-von-der-mutter-auf-den-fotus-ubertragen/

 

http://www.verschwiegene-epidemie.de/2011/12/zecken-babesien-gefahr-fur-die-spenderblutempfanger/

 

2 Kommentare zu Zecken, Borreliose und Co-Infektionen – weiter verbreitet als gedacht? Neue Schweizer Studie

  1. Miriam meint:

    Könnten Sie bitte hierzu etwas schreiben?

    http://www.morgellons-research.org/morgellons2/morgellons-diagnose.htm

    Ich bin gestern auf diese Seite getoßen und sehr erschrocken darüber.

    Liebe Grüße Miriam

  2. Zeckenstich-Borreliose: Die verschwiegene Epidemie - 9 LEBEN Verlag meint:

    Liebe Miriam,

    ich bin kein Arzt und kann daher nicht über Krankheiten unter medizinischen Aspekten schreiben. Ich bitte da um Verständnis.
    Hier handelt es sich um ein Syndrom, d. h. ein Krankheitsbild, dessen Ursache noch weitgehend ungeklärt ist. Kurzum: Nichts Genaues weiß man …
    Viele Grüße :-)

Kommentieren?

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Folgende HTML-Tags können benutzt werden: <a href=""> <abbr title=""> <blockquote cite=""> <cite> <code> <em> <q cite=""> <strike> <strong>