Borreliose: “Tarnkappe” der Borrelien teilweise gelüftet?

In einem Beitrag in der hochrangigen “Nature Structural & Molecular Biology, Vol 12, No. 3, p. 276-7; March 2005″ heißt es, man sei dem Verständnis des bakteriellen Tarnmechanismus von Borrelia burgdorferi einen entscheidenden Schritt näher gekommen. In enger Zusammenarbeit mit deutschen und britischen Wissenschaftlern des Hans-Knöll-Institutes (HKI), die atomare Struktur eines Eiweißes aufzuklären, mit dessen Hilfe sich der Krankheitserreger Borrelia burgdorferi vor der menschlichen Immunantwort “versteckt”.

Prof. Dr. Peter Zipfel, Leiter der Abteilung Infektionsbiologie am HKI, beschäftigt sich schon seit Jahren mit diesem Phänomen. In Kooperation mit Forschern in Frankfurt und Heidelberg hatte er 2002 aufklären können, dass die Mikroben an ihrer Oberfläche Faktor H binden, ein menschliches Eiweiß, das normalerweise körpereigene Zellen vor einem Angriff durch das Immunsystem schützt. Die Abwehr des Betroffenen ist so nicht mehr in der Lage, die Bakterien als “feindlich” zu erkennen und lässt sie unbehelligt.

“Fernziel der Untersuchungen war es, aus dem Verständnis dieses Mechanismus neue Strategien der Behandlung abzuleiten”, erläutert Prof. Zipfel. Diesem Ziel sei man nun durch die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern in Oxford näher gekommen, fährt der Biologe fort: “Die Borrelien binden Faktor H mit Hilfe eines bestimmten Eiweißes auf ihrer Oberfläche, dessen atomare Struktur wir jetzt veröffentlicht haben. Die Kristalle dieses Eiweißes enthalten zwei identische Kopien des Moleküls.” Nachdem man nun diese chemische Struktur genau kenne, sei es möglich, in den Naturstoff Bibliotheken des HKIs gezielt nach geeigneten Arzneimitteln zu suchen. “Wenn man weiß, an welcher Stelle ein Wirkstoff sinnvollerweise ansetzen sollte, kann man mit Hilfe des so genannten Drug Designs effektive Substanzen herstellen, die dem Krankheitserreger die Möglichkeit nehmen, sich zu tarnen”, so Zipfel.

Tja, das war im Jahr 2005. Effektive Substanzen gegen Borreliose … weiß jemand, was daraus geworden ist?

Hier gehts zu der Pressemeldung: http://www.vet-magazin.com/wissenschaft/kleintiermedizin/hundemedizin/Borrelien.html

 

2 Kommentare zu Borreliose: “Tarnkappe” der Borrelien teilweise gelüftet?

  1. Inge meint:

    Da fragen wir doch den guten Mann einfach mal danach, inwieweit die Forschung sich entwickelt hat?

    lg

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