Borreliose: Depression durch Borrelien

Die 31-jährige Frau war für die Ärzte ein hoffnungsloser Fall: Müdigkeit, Depressionen und Selbstmordgedanken peinigten sie in rascher Folge. Kein Medikament half dagegen. Nicht einmal in der psychiatrischen Klinik besserte sich ihr Zustand nennenswert. Ein Arzt diagnostizierte schließlich eine “therapieresistente Depression”.

Borreliose und psychische Erkrankungen

Doch zum Glück hat er sich getäuscht. Dank Antibiotika ist die Frau inzwischen gesund und arbeitet seit vier Jahren wieder.

Abwehrkämpfe des Immunsystems mit psychischen Folgen

Er vermutet, dass die Patientin zwei Jahre lang an einer wellenartig wiederkehrenden Erkrankung durch die Bakterien litt. Das habe die Depression hervorgerufen. “Psychische Erkrankungen sind in einigen Fällen eine Folge von Abwehrkämpfen des Immunsystems”, ist Bechter überzeugt. Eine ungewöhnliche These, die er anhand der Krankheitsgeschichte der 31-jährigen Patientin bestätigen konnte.

Depressiv und schizophren durch Bakterien und Viren?

Früher suchte man die Ursache psychischer Leiden in erster Linie im sozialen Umfeld, in der Kindheit und der Erziehung. “Generationen von Eltern haben sich Vorwürfe gemacht. Aber die Familie spielt als Auslöser überhaupt keine Rolle”, räumt Bernhard Bogerts, Psychiater an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg, mit diesem Klischee auf. Die Mitmenschen beeinflussen zwar den Verlauf der Erkrankung, aber die Wurzel des Übels sind sie nicht. Die Ursachen sieht der Mediziner andernorts: Die Gene, vorgeburtliche Hirnstörungen und ein aus dem Tritt geratenes Immunsystem “spielen dabei eine wichtige Rolle”, so Bogerts. Gerade schleichende und chronische Entzündungen lenken das Immunsystem auf die schiefe Bahn.

Mehr: http://www.stern.de/gesundheit/gesundheitsnews/depressionen-machen-viren-und-bakterien-depressiv-588430.html?srtest=1

2 Kommentare zu Borreliose: Depression durch Borrelien

  1. Amadeus meint:

    Das kann ich nur bestätigen! und zwar uneingeschränkt. Es war eine entsetzliche Zeit mit den wiederkehrenden heftigen depressiven Phasen. Und so war ich für alle Ärzte als depressiv “abgestempelt” und SIE waren gut raus.

    Aber es gibt sie noch, die Ärzte aus Profession! Mit Antibiotika seit einiger Zeit sind diese Phasen zu Stunden oder mal ein paar Tagen “geschrumpft”.

    Und die Beobachtung, das ggf. AB bei Depression helfen, habe nicht nur ich gemacht.

  2. nicole nollmeyer meint:

    Ja, es gibt Sie, diese Hoffnungslosigkeit, diese destruktiven Phasen, wenn das Leben so sinnlos ist, weil man nicht mehr normal am Arbeitsleben, an normaler Erholung, am kulturellen Leben teilnehmen kann, wenn nur Schmerzen, Gleichgewichtsstörungen da sind und von der Therapie nur die Nebenwirkungen, aber keinerlei Linderung zu spüren ist. Dann könnte man alles wegschmeißen. Ich bin mit 58 Jahren in einem Alter, in dem man eigentlich innehalten und genießen könnte: Kinder groß, Beruf gesichert, großes Interessengebiet … aber diese Krankheit zerstört alles! Ich bin jetzt im 5. Jahr mit Problemen mit der üblichen langen Zeit bis die Ursache gefunden wurde und weiß nicht mehr, wie lange ich das noch durchhalte

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