Zecken – Borreliose: Hünerfeld-Doku – Patientenaufruf: Was haben Medienberichte ausgelöst? Bis 20. August!

Bei den Medien-Doktoren werden Patienten aufgerufen, bis zum 20. August zu schreiben, was Medienberichte bei Ihnen ausgelöst haben.

Dort heißt es: “Wir starten einen Aufruf an Patienten und ihre Angehörigen. Wir wollen wissen, was Medienberichte über Therapien bei dieser besonderen Gruppe von Lesern, Zuschauern und Zuhörern auslösen. Schicken Sie uns ihre Geschichte per E-Mail.” Und weiter: “Schreiben Sie uns einfach ihre Geschichte auf und schicken Sie uns diese per E-Mail. Wir sammeln sie über die Zeit unserer Sommerpause (bis etwa zum 20. August). Dann möchten wir die Berichte sichten und hier auf dem Blog eine Auswahl präsentieren. (…) Teilen Sie uns bitte mit, ob wie Ihren Beitrag unter ihrem Namen oder anonymisiert veröffentlichen dürfen. Wir behalten uns vor einzelne Texte zu kürzen.”

Schreibst Du schon oder ärgerst Du Dich noch?

Na, dann sollten wir Betroffenen doch mal schreiben, was die Hünerfeld-Doku ausgelöst hat, oder? Hier ist die E-Mail-Adresse: marcus.anhaeuser@tu-dortmund.de und hier der Artikel: http://www.medien-doktor.de/sprechstunde/patientenaufruf-was-haben-medienberichte-bei-ihnen-ausgelost/

Und für Interssierte: http://www.medien-doktor.de/sprechstunde/praxisberichte-9-eminenz-evidenz-und-ehrlichkeit-medizinthemen-in-den-redaktionen-verkaufen/

5 Kommentare zu Zecken – Borreliose: Hünerfeld-Doku – Patientenaufruf: Was haben Medienberichte ausgelöst? Bis 20. August!

  1. Teresa meint:

    Ich kenn diese Doku nicht.
    lg, Teresa

  2. Ignor meint:

    Halte es für keine besonders gute Idee diesem Aufruf zu folgen,
    da

    1. dem Mediendoktor die Entrüstung der Betroffenen sicherlich nicht entgangen ist,

    2. der Mediendoktor sich vorbehält Texte zu verkürzen, und diese dadurch anders erscheinen lässt, als vom Verfasser beabsichtigt,

    3. man schlechten Journalismus nicht auch noch mit zuviel Aufmerksamkeit belohnen sollte.

    und

    4. man dem Mediendoktor nicht auch noch ein kostenloses unverdientes Werkzeug zur Evaluierung seiner schlechten Arbeit in die Hand geben sollte.

  3. Gerda Munz meint:

    Sehr geehrter Herr Anhaeuser,

    seit Jahren ärgere ich mich jeden Sommer neu, wenn in verschiedenen Medien, die Borreliose als leicht zu diagnostizierende und therapierende Krankheit dargestellt wird. Es ist frustrierend, wenn immer die gleiche Leier ertönt. Als Betroffene finde ich es irgendwie merkwürdig, dass immer die gleichen, angeblichen Borreliose-Experten um ihre Meinung gefragt werden, weil sie allein zu wissen glauben, wie eine Borreliose abzulaufen hat. Die betroffenen Patienten aber, die doch die Krankheit am eigenen Leib erfahren, sollen dagegen das glauben, was nicht Betroffene vorgeben. Wahrscheinlich würden die Bakterien lachen, wenn sie könnten,weil sie sich ganz bestimmt nicht nach der Meinung eines Professors richten.

    1971 erkrankte ich an einem Lymphozytom und nach einem Zeckenstich im Jahr 1993 an einem Erythema migrans.

    Dabei machte ich, wie viele andere Betroffene auch, eine ganz andere Erfahrung, als die in den Medien verlautbarte. Trotz Zeckenstich und Erythema migrans, konnte man bei mir nie Antikörper nachweisen und zwar weder im ELISA, noch im Western Blot.

    Laut Prof. Rauer und anderen Wissenschaftlern soll so etwas angeblich nicht möglich sein, da das Immunsystem bei einem Kontakt mit dem Bakterium Borrelia burgdorferi immer Abwehrkörper bilden würde.

    Wie Sie aus meiner gut dokumentierten Krankengeschichte ersehen können, stimmt wohl die Praxis mit der Theorie nicht immer überein. Warum geht die Wissenschaft diesem offensichtlichen Phänomen nicht nach, sondern wiederholt unbesehen das, was sie zu wissen glaubt. Im Beharren auf dieser festgefahrenen Meinung wird die Gesundheit vieler Patienten gefährdet, denn ohne Antikörper, keine Borreliose und keine entsprechende Therapie. Und damit beginnt für den Betroffenen eine schier unglaubliche Odyssee durch sämtliche medizinischen Fachrichtungen, ohne je den wahren Grund für die vielfältigen Symptome zu finden. Am Schluss muss dann eben die Psyche herhalten, mit oft monatelangen psychosomatischen Kuren, die ebenfalls keine Besserung bringen.

    Bei der Therapie stellen sich ähnliche Probleme. Wie Sie aus den Unterlagen ersehen können, war bei mir nach einer dreiwöchigen Doxicyclin (200mg) Therapie das Erythema migrans immer noch sichtbar, was doch eigentlich bei einer leitliniengerechten Antibiose gar nicht der Fall sein dürfte.Mein damaliger Hausarzt führte daraufhin die Antibiose mit Doxicyclin 100 mg weiter. Daraufhin erkrankte ich an den typischen Borreliose-Symptomen.

    Später wurde ich 14 Tage lang mit 1gr. Rocephin behandelt. Statt gesund, wurde ich immer kränker und damit ging die Odyssee erst richtig los. Von wegen, leicht zu therapierende Krankheit!!! Gesund wurde ich nie mehr.

    Aber was soll’s, wir haben ja heute ein ganzes Ersatzteillager zur Verfügung und irgend etwas passendes wird schon dabei sein. Gegen meine Taubheit hilft allerderdings auch ein Hörgerät nicht mehr.

    Eine weitere Aussage, die in den Medien regelmässig “aufgewärmt” und in Frage gestillt wird, betrifft die vielfältigen Symptome einer Borreliose. Dabei ist die Borreliose eine Multisystem-Erkrankung und schon von daher müsste es eigenlich einleuchten, dass sich die Krankheit anders dastellt, als zum Beispiel eine Mittelohrentzündung, wo nur das Mittelohr von der Entzündung betroffen ist. Abgesehen davon, geht die Borreliose wahrscheinlich sehr schnell in eine chronische Erkrankung über, wobei dann die Symptome dezenter werden, also nicht mehr ganz so dramatisch sind, wie bei einer hochakuten Infekton, bei der sich die Bakterien, im Gegensatz zu den Borrelien, erst noch viel rasanter vermehren.

    Bei meiner Kritik beziehe ich mich auf die folgenden Medienberichte

    http://www.3sat.de/page/?source=%2Fnano … index.html
    Borrelien nach einem Zeckenbiss sorgen in der Regel für typische Symptome

    http://www.zuckschwerdtverlag.de/uploads/tx_oezsvzeitschrift/pdfs/MaeA_2012_10.pdf
    http://www.arte.tv/de/Zecken-Borreliose–Unterschaetzte-Gefahr-oder-eingebildete-Krankheit/6621770.html
    Mit freundlichen Grüssen
    Gerda Munz

  4. Susanne meint:

    Sehr geehrter Herr Anhäuser,
    nur zu gerne nehme ich Ihr Angebot wahr und beziehe mich auf Ihren Bericht „Mittel gegen den Zeckenhorror“ obwohl ich mir bewusst bin, dass es Ihnen ganz sicher nicht um das Wohlergehen von Patienten geht. Mir scheint vielmehr Sie bedienen sich hier der Vorgehensweise professioneller PR-Agenturen und versuchen geschickt als Befragung getarnt Stimmungen auszuloten um systematisch Ihre eigenen voreingenommenen Theorien bzw. die Ihrer Auftraggeber möglichst vielversprechend an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Das mag man in der Werbebranche als Erfolg verbuchen, als Medizinjournalist sind Sie damit fehl am Platz. Anders lässt sich für mich die Blindheit, mit der Sie offenbar geschlagen wurden, nicht erklären. Selbst einfachste journalistische Grundsätze wurden im Bericht Ihres Kollegen Hünerfeld missachtet. Von den eigens auferlegten Kriterien eines Medien-Doktors ganz zu schweigen. So wird es Sie sicherlich auch nicht wundern, dass ich Ihren Bericht weder als angemessen noch als informativ erachte.
    Gerne nenne ich Ihnen dafür meine Gründe und erzähle Ihnen zumindest ansatzweise meine Geschichte. Nach Entfernung einer Zecke, lehrbuchmäßigem Erythem und positiven Antikörpern wurde mir eine Borreliose attestiert und mit Standardtherapie behandelt. Nach relativ kurzer Zeit kehrte dieselbe Beschwerdesymptomatik wieder zurück, eine Borreliose wurde nun jedoch kategorisch ausgeschlossen. Für mich nicht nachvollziehbar äußerte der behandelnde Arzt plötzlich den Verdacht auf MS, der mich zu einem Arztwechsel veranlasste. Es folgte die übliche Ärzteodyssee mit für mich zahlreichen Ungereimtheiten. Weder wurde dabei auf Differentialdiagnostik Wert gelegt noch konnte oder wollte man mir schlüssig darlegen, weshalb eine Borreliose plötzlich ausgeschlossen wurde. Stets wurde nur das lehrbuchmäßige Mantra heruntergebetet. Selbst ein ausgewiesener ‚Experte’ wie Herr Fingerle, an den ich mich wandte, schloss eine Borreliose aus.
    Während sich mein Gesundheitszustand zunehmend verschlechterte, was sich auch an anderen Befunden und Laborwerten (nahezu ausschließlich auf Eigeninitiative und selbst bezahlt) niederschlug, wussten die Ärzte keine bessere Antwort als psychosomatisch oder Depression. Die mir angebotenen Psychopharmaka lehnte ich ab, da selbst mir als medizinischem Laien bewusst war, dass diese abweichenden Befunde mit einer Depression nicht erklärbar sind. Mehr als 2 Jahre zogen ins Land bis ich eine Hausärztin fand, die mich zu einem dieser ‚Quacksalber’ (wie Ihr geschätzter Kollege diese Ärzte bezeichnet) schickte. Dank diesem Arzt und meiner engagierten Hausärztin erhielt ich nach über 2 Jahren endlich eine angemessene Therapie deren Erfolg nicht lange auf sich warten ließ.
    Wie soll ein Patient mit dieser Krankengeschichte angemessen auf Beiträge wie den Ihren reagieren? Für mich gibt es darauf nur eine Antwort: Ich werde mich noch engagierter und vehementer für eine objektive Darstellung dieser Erkrankung in der Öffentlichkeit einsetzen und nicht davon ablassen, den Beweis für eine ‚ausgeheilte’ Borreliose einzufordern.
    Um es mit den Worten des Ihnen so vertrauten IQWiG zu sagen:
    „Nach einfach kommt falsch … und das Falsche kommt manchmal ganz einfach aus (vermeintlich) seriöser Quelle“
    MfG

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