Ist Borreliose das neue HIV?

Das fragen sich inzwischen immer mehr US-Amerikaner. Täglich erkranken Hunderte von Amerikanern an Borreliose, die Zecken-Population vermehrt sich, die Fortpflanzungszyklen verkürzen sich – die milderen Temperaturen des Klimawandels sorgen für ein steigendes Erkrankungsrisiko. Eine Entwicklung, die auch in Deutschland und in Europa zu beobachten ist.

Lyme-Borreliose ist je nach Bericht und Untersuchung in 65 bis 89 Ländern der Welt zu finden!

Lyme-Borreliose wird durch Borrelien verursacht, einem Spirochätenbakterium, das aus der gleichen Familie stammt, wie der Erreger der Syphilis. Nur sind Borrelien noch deutlich virulenter und genetisch komplexer als ihre tumben Neffen aus der Syphilisfraktion. Wie die Syphilis beginnt Lyme-Borreliose häufig schleichend. Bleibt die Borreliose-Infektion unbehandelt, führt sie jedoch zu verheerenden Schäden im Gehirn, im zentralen Nervensystem, im Herz und den Nieren.

Zwischen 1993 und 2002 ist die Inzidenz der Borreliose in den USA Jahr für Jahr um 15 Prozent gestiegen

Die oberste US-amerikanische Seuchenbehörde CDC schätzt nach eigenen Angaben die jährlichen Erkrankungsfälle an Lyme-Borreliose auf circa 300.000. Von diesen 300.000 jährlich werden circa 10 Prozent richtig diagnostiziert; der Rest, also 250.000 Patienten, erhalten jährlich Fehldiagnosen wie Fibromyalgie-Syndrom, Lupus, chronisches Erschöpfungssyndrom, MS, Migräne, Lernschwierigkeiten, bi-polare Störung, Parkinson, Herz-Rhythmusstörungen u.v.m., ohne dass die zugrundeliegende Ursache, Borrelia burgdorferi, erkannt wird.

Experten schätzen, dass vermutlich weit über zwei Millionen Menschen in den USA mit chronischer Borreliose zu kämpfen haben.
Was macht uns so sicher, dass wir es nicht vergleichbaren Verhältnissen in Deutschland und Europa zu tun haben? Auch bei uns wächst die Borreliose hinsichtlich Inzidenz und Prävalenz seit Jahren.

Längst zeigt Borreliose weltweit atemberaubende Wachstumsraten. In den USA hat sie sowohl HIV/AIDS sowohl bei der Inzidenz (ca. 300.000 vs. 40.000), als auch bei der Prävalenz (ca. 700.000 vs. 400.000) überholt. Das trifft auch auf deutsche Verhältnisse zu. Wann fällt das Augenmerk der Gesundheitspolitik endlich auf diese schnell wachsende Gesundheitsgefahr?

Im Jahr 2005 wurde die AIDS-Forschung in den USA mit 3 Milliarden US-Dollar beziffert; für Lyme-Borreliose kommt man auf circa 30 Millionen Dollar. Möchte jemand wirklich wissen, wie schlecht es in Deutschland um die Borrelioseforschung bestellt ist? Die Nationale Zoonose-Plattform verzeichnet Jahre nach ihrer Gründung immer noch kein einziges Forschungsprojekt zur Borreliose. Siehe hier.

Dem Bundesforschungsministerium kann man mit Fug und Recht ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom in Bezug auf Borreliose attestieren.

In den USA macht Borreliose 95% aller vektorübertragenen Krankheiten aus, erhält aber nur 10% der gesamten Forschungsausgaben für vektorkübertragene Infektionen ($ 305 Mio.)

In Deutschland liegt Borreliose auf Platz 1 aller vektorübertragenen Krankheiten, mit mindestens 214.000 Neuerkrankungen jährlich, wie das Ärzteblatt schreibt. Geforscht wird aber über Toxoplasmose. Wie hoch ist die Krankheitslast bei Toxoplasmose? Dazu das RKI: “In den Jahren 2002 bis 2006 wurden jährlich zwischen 10 und 19 [konnatale] Toxoplasmose-Fälle an das RKI gemeldet”. Ach so, ja dann …

Die Standardlabortests auf Borreliose erzielen zu über 60 Prozent falsche Ergebnisse. Die Erkrankten bleiben krank zurück und man versagt ihnen eine kausale Therapie. Kein Wunder, dass inzwischen ein Aufschrei der Borreliose-Patienten um die Welt geht.

Recherchiert und übersetzt von B. Jürschik-Busbach © 2012 

“You can fool some of the people all of the time, and all of the people some of the time, but you can’t fool all of the people all of the time.” Abraham Lincoln

Du kannst manche Leute immer zum Narren halten, und alle Leute manchmal, aber du kannst nicht immer alle Leute zum Narren halten.

 


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