Borreliose und Biofilm: Bald neue Therapieoptionen gegen Biofilm-Bakterien?

An der kalifornischen Universität von Berkeley ist man mit einem neuen bildgebenden Verfahren den biofilm-bildenden Bakterien auf der Spur. Viele chronische Erkrankungen wie Cholera, chronische Sinusitis und eben auch Lyme-Borreliose werden durch biofilmbildende Bakterien verursacht, die dadurch weitgehend resistent gegen Antibiotika sind.

Durch eine neuartige Fluoreszenzmarkierung konnten Forscher in Berkeley nun die Struktur der klebrigen Plaques mittels super-auflösendem Lichtmikroskop erforschen. Gleichzeitig konnten sie  genetische Ziele für potenzielle Medikamente ausmachen, die diese bakterielle Schutzgemeinschaft zerstören könnten.

Infektionen mit Biofilm-Bakterien sind chronische Infektionen

Das trifft auch auf die Lyme-Borreliose zu!

Mehr dazu: http://www.verschwiegene-epidemie.de/2011/12/borreliose-biofilmbildende-bakterien-wie-borrelia-burgdorferi-verursachen-chronische-infektionen/

“In ihrem natürlichen Lebensraum, leben 99,9 Prozent aller Bakterien als Gemeinschaft und heften sich als Biofilme an Oberflächen”, nach Angaben der National Institutes of Health, setzen sich 80 Prozent aller Infektionen beim Menschen aus Biofilmen zusammen”, sagt der Wissenschaftler Berk.

“Diese Arbeit hat zu neuen Einsichten in die Entwicklung dieser komplexen Biofilm-Strukturen geführt und wird ohne Zweifel den Weg ebnen, um neue Ansätze zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten zu finde”, sagt ein ehemaliger UC Berkeley Professor.

Bakterien sind keine Einzelgänger
Die populäre Ansicht von Bakterien ist, dass sie frei lebende Organismen seien, die durch Antibiotika leicht in Schach gehalten werden können, sagt Berk. Doch die Wissenschaftler erkennen jetzt, dass die Bakterien den Großteil ihres Lebens in Kolonien oder Biofilmen verbringen, auch im menschlichen Körper. Während einzelne Bakterien durch Antibiotika gestört oder eliminiert werden können, sind die Biofilme 1.000-mal resistenter gegen Antibiotika; die meisten Filme können nur operativ entfernt werden.

Ein permanenter bakterieller Biofilm in den Nasennebenhöhlen kann sich entzünden – eine Immunantwort, die zu chronischen Infektionen der Nasennebenhöhlen führt. Bisher ist die effektivste Behandlung das betroffene Gewebe chirurgisch zu entfernen.

Bakterien können dauerhaft, meist lebenslang, Biofilme in den mit Schleim gefüllten Lungen von Mukoviszidose-Patienten bilden. Sie sind für die chronischen Infektionen der Lunge, die zu einem frühen Tod führt, verantwortlich. Obwohl eine dauerhafte Behandlung mit Antibiotika den Mukoviszidose-Patienten hilft, können Antibiotika die Infektion nicht vollständig beseitigen. Borreliosepatienten dürfte es hier in den Ohren klingeln.

“Wenn wir ein Medikament entwickeln, dass das “Klebe-Protein” der Bakterien zerstört, dann können wir das Biofilm-Gebäude als Ganzes zum Einsturz bringen und dem Antibiotikum einen Zugang verschaffen. Dies könnten künftige Ziele für lokal wirkende, antibiotische Arzneimittel sein”, sagt Berk.

Recherchiert und übersetzt von B. Jürschik-Busbach © 2012

Quelle: http://www.photonicsonline.com/doc.mvc/discovery-opens-attacking-biofilms-that-cause-chronic-infections-0001

Ein Kommentar zu Borreliose und Biofilm: Bald neue Therapieoptionen gegen Biofilm-Bakterien?

  1. Clara meint:

    Auf youtube gibt es ein 3D-Video vom Vibrio Cholerae-Biofilm des Forschers Veysel Berk:
    http://www.youtube.com/watch?v=6MfV-TLbtr0
    “Mikrobenstädte und Erregerburgen” mit dramatischer Musik.
    Fachliteratur:
    http://www.sciencemag.org/content/337/6091/236.abstract

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