Zecken: Studie zeigt, dass Bartonellen durch Zeckenstiche übertragen werden

Es ist seit langem bekannt, dass Zecken Bartonellen in sich tragen können und dass Menschen nicht nur an Lyme-Borreliose  leiden, sondern möglicherweise auch an Bartonellose. Allerdings ist die tatsächliche Übertragung von Bartonellen von Zecken auf den Wirt bislang nicht nachgewiesen worden. Doch jetzt ist die Maus-Studie von Dr. Reis et al. veröffentlicht worden. “Diese Arbeit stellt die erste in-vivo-Demonstration einer Bartonella sp. Übertragung durch Zecken dar.”

Bartonellen werden durch Zeckenspeichel beim Stich übertragen, nicht durch Zeckenkot wie fälschlich angenommen

Die Studie ergab außerdem, dass das Übertragungsrisiko in allen Stadien hoch ist. Bartonellen überleben in Zecken durch alle Lebensphasen hinweg, z. B. von der Nymphe bis zur adulten Zecke.  Bisher war man davon ausgegangen, dass der mögliche Übertragungsmechanismus durch kontaminierten Zeckenkot erfolgt. Die US-Patientenvereinigung LymeDisease.org finanzierte extra eine Studie, um diese Hypothese zu prüfen. Das Ergebnis der Studie war jedoch, dass Bartonellen durch den Zeckenspeichel beim Zeckenstich auf den Wirt übertragen werden.

Bartonellen wurden sowohl bei Menschen und Tieren nach einem Zeckenstich durch PCR, Serologie und Kultur identifiziert, ohne dass ein Kontakt mit anderen Arthropoden bekannt oder nachgewiesen war.

Ein wichtiges Studienergebnis für Borreliosepatienten, die offenbar parallel an Bartonellose leiden können

Pikant. Dieses Studienergebnis steht im Widerspruch zu den Borreliose-Leitlinien der IDSA. Dort heißt es: “Bartonella-DNA wurde in einigen Spezies Ixodes (Zecken) gefunden, aber es gibt keine überzeugenden Beweise dafür, dass Bartonellen-Infektionen beim Menschen durch einen Zeckenbiss übertragen werden können.”

Offenbar ein  weiteres trauriges Beispiel dafür, wie sehr die IDSA-Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der Borreliose aus dem Jahr 2006 mittlerweile überholt sind.

Recherchiert und übersetzt von B. Jürschik-Busbach © 2012

Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3104967/?tool=pubmed

Kommentieren?

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Folgende HTML-Tags können benutzt werden: <a href=""> <abbr title=""> <blockquote cite=""> <cite> <code> <em> <q cite=""> <strike> <strong>