Borreliose und Therapiedauer: Vielleicht tauschen Sie besser mit Ihrem Vierbeiner?

Nach einer kurzen Pause heute mal ein etwas anderes Thema: Eine US-Patientin schilderte anderen Borreliose-Patienten, wie sie erstaunt feststellte, dass Pferde mit Borreliose so lange therapiert werden, wie dies durch die Versicherungssumme gedeckt ist. Ein Anruf bei der Versicherung ergab, dass es kein Limit bei der Therapiedauer der Borreliose beim Pferd gebe. Kein Wunder, dass die Patientin darauf hin halb im Scherz anfragte, ob sie selbst sich auch bei der Pferdekrankenversicherung versichern könne?

Auch in Deutschland würden manche Borreliosepatienten sicher gerne mit ihren Vierbeinern tauschen. Zur Borreliosetherapie von Hunden heißt es u. a. auf einer tiermedizinischen Seite: “Eine Behandlung ist mit speziellen Antibiotika möglich. Es gilt jedoch, dass eine rechtzeitig eingeleitete Therapie deutlich bessere Aussichten auf einen Behandlungserfolg hat als eine, die im späten chronischen Verlauf der Krankheit begonnen wird. Es sollte bei jedem Verdacht ein Tierarzt um Rat gefragt werden. Die Antibiotikabehandlung muss über einen längeren Zeitraum erfolgen, da auch Blutuntersuchungen des Patienten notwendig sind. Die Dosierungen der Medikamente sind häufig höher, als es für das spezielle Antibiotikum bei andere Erkrankungen empfohlen wird. (…) Die Behandlung mit Antibiotika muss mindestens über 14 Tage bis drei Wochen erfolgen. In einigen Fällen ist eine Behandlung über Monate mit verschiedenen Blutkontrollen notwendig.

Auf der Webseite einer Tierklinik zum Thema Borreliose beim Pferd heißt es: “Eine Behandlung ist sehr langwierig und muss konsequent durchgeführt werden, da die Erreger im Körper in zwei verschiedenen Stadien (aktiv und inaktiv) vorkommen und nur im aktiven Stadium angreifbar sind. Zum Einsatz gelangen hierbei hochdosierte Antiobiotika über einen längeren Zeitraum, wobei die Wirkung von Makrolid-Antibiotika am effektivsten zu sein scheint. Diese Antibiotika können oral vom Besitzer selbst verabreicht werden oder aber vom Tierarzt per täglicher Injektion in die Muskulatur oder Vene gegeben werden.”

Man fragt sich unwillkürlich, wie es sein kann, dass man in der Tiermedizin offenbar um die Immun-Escape-Mechanismen von Borrelien weiß, dieses Wissen jedoch bei Humanmedizinern noch lange nicht vorausgesetzt werden kann? Wohl dem, der einen guten Tierarzt kennt?!

B. Jürschik-Busbach © 2012

 

 

Ein Kommentar zu Borreliose und Therapiedauer: Vielleicht tauschen Sie besser mit Ihrem Vierbeiner?

  1. Sehen Sie, genau darum haben wir in unserem Forum human und veterinär – getrennt nach Kategorien – zusammengefaßt. Jetzt dürften all die, die das nicht verstehen, einen Sinn darin erkennen!

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