Borreliose und Haustiere – 10 Punkte, an die Sie denken sollten!

So mancher Patient mit chronischer Borreliose würde liebend gern mit seinem vierbeinigen Freund tauschen, wird dieser doch meistens von Tierärzten adäquat therapeutisch versorgt, was auch längere antibiotische Behandlungen einschließt. Mehr dazu siehe: http://www.verschwiegene-epidemie.de/2012/06/borreliose-und-therapiedauer-vielleicht-tauschen-sie-besser-mit-ihrem-vierbeiner/

Chronische Borreliose oder Post-Lyme-Syndrom bei Hund und Pferd?

Anders als beim Homo sapiens wird Hunden und Pferden weder ein Post-Lyme-Syndrom, noch eine “somatoforme Störung” attestiert, wenn sie an chronisch gewordener Borreliose leiden.

Unter dem Borrelioseaspekt lassen sich jedoch auch noch ganz andere interessante Feststellungen machen:

  1. Hunde sind Vorboten bei der Verbreitung der Borreliose. Häufig wird Borreliose zunächst bei Hunden diagnostiziert, bevor man diese Infektion auch beim Zweibeiner am anderen Ende der Leine feststellt.
  2. Hunde haben ein doppelt so hohes Risiko an Borreliose zu erkranken als Menschen.
  3. Infektionskrankheiten wie Anaplasmose und Ehrlichiose, ebenfalls durch Zecken übertragen, breiten sich immer stärker bei Hunden in den USA aus.
  4. Hunde läufen häufig in Zeckennester hinein.
  5. Hunde und Kinder spielen häufig zusammen. Besonders risikoreich ist es daher, wenn der Hund oder die Katze mit im Bett oder auf dem Sofa logieren darf. Zecken(nymphen) wechseln auf diese Weise meist unbemerkt den Wirt.
  6. Hunde und Katzen können die Zecken mit ins Haus bringen.
  7. Gerade Katzen stehen noch stärker als Hunde im Verdacht, Zecken einzuschleppen, schreibt das Robert Koch-Institut, siehe hier!
  8. Achtung! Die Borreliose-Impfung für Hunde schützt sie nicht vor Borreliose, da diese Impfung nur gegen Borrelia burgdorferi ss wirkt, aber nicht gegen die verschiedenen Borrelienstämme, die wir hier in Deutschland, bzw. Europa vorfinden. Am häufigsten infizieren sich Mensch und Tier hierzulande mit Borrelia afzelii und Borrelia garinii.
  9. Sowohl bei Tieren als auch beim Menschen entwickelt sich die Borreliose meist schleichend. Eine Wanderröte ist gerade beim Vierbeiner nur selten auszumachen und auch bei vielen humanen Zeckenstichopfern sieht man keine Wanderröte. Beide, sowohl Mensch als auch Tier entwickeln häufig zunächst nur unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit. Erst später können Gelenksentzündungen, Lahmheiten oder Herzbeteiligungen entstehen.
  10. Achtung Jagdhunde und Jäger/-innen: Erlegtes Rehwild trägt oft Tausende von Zecken.

Hat sich eine Zecke festgebissen, kann man sie übrigens sehr gut mit einer Zeckenschlinge: http://www.zeckenschlinge.de/ entfernen.

B. Jürschik-Busbach © 2012

 

Ein Kommentar zu Borreliose und Haustiere – 10 Punkte, an die Sie denken sollten!

  1. Petra Bonin meint:

    Tja, Hund oder Pferd müsste man sein!
    Mich erstaunte schon immer, dass unsere hiesigen Veterinäre über mehr Borreliose-Wissen verfügten als unsere Humanmediziner!
    Eigentlich ein Skandal!
    Danke Birgit, für Deinen unermüdlichen Einsatz!!
    Vielleicht erleben wir ja noch den Wandel!?

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