Borreliose: Serie zu den Hintergründen der umstrittenen TV-Borreliose-Dokus – Teil 3

Eine sehr engagierte Blog-Leserin, Susanne L., (Name ist der Redaktion bekannt) hat sich die Mühe gemacht und mal ein wenig im Umfeld der vor kurzem ausgestrahlten TV-Dokus zum Thema “Zecken-Krieg” recherchiert. In einer kleinen Serie stellen wir ihre Recherchen und Gastbeiträge vor.

TV-Dokus “Zecken-Borreliose”
Wer mit wem und warum – Teil III

Wir erinnern uns, Hünerfeld, der Leitende Redakteur des Medien-Doktor und der Herausgeber der „Gesundheitsinformationen“ des IQWiG (“Die meisten Zeckenstiche sind harmlos”) sind kollegial miteinander verbunden. Siehe Teil 1. Die Verbindungen von einzelnen “Medien-Doktoren” mit der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) waren u. a. Inhalt von Teil 2. Im 3. Teil der Serie beschäftigt sich Susanne mit

Wissenschaft im Dunstkreis der Skeptiker

Beim 6. World Sceptics Congress 2012 (Weltskeptikerkonferenz), veranstaltet von der GWUP, referierte unter anderem auch ein Mitglied der erweiterten Leitlinienkommission der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Fachgesellschaften (AWMF). GWUP und AWMF. Bereits in einem Referat eines Arbeitskreises der AWMF aus dem Jahr 1999 wird die GWUP als Informationsquelle zur „Abwendung von Gefahren durch unqualifzierte medizinische Maßnahmen“ erwähnt

Die Leitlinien der AWMF wiederum propagieren in ihren S1-Empfehlungen zur Neuro-Borreliose (S1 – wissenschaftliche Evidenz: gering! Leitlinien-Empfehlungen, die eher nach dem GOBSAT-Prinzip = Good old boys sitting around the table zustande kommen), antibiotische Kurzzeittherapien. Man rät von „langen Antibiotikakuren“ bei Borreliose ab. Lange Zeit war jenes AWMF-Mitglied, das auch bei der GWUP referiert, übrigens ebenfalls Mitglied der STIKO (Ständige Impfkommission) beim Robert Koch-Institut.

Skeptiker oder bereitwillige Handlanger?

Kommen wir noch einmal zurück zur Online-Plattform der „Skeptiker“. Sie nennt sich scienceblogs.de und ist ein Ableger der US-Plattform scienceblogs.com. Zielgruppe waren ursprünglich „Leonardos“, junge Menschen in gehobenen Positionen, die an Wissenschaft, Politik und Kultur interessiert sind und Werbepartner wie Intel, Hewlett-Packard oder Volkswagen brachten. Geld verdiente damit nur der Verlag aber nicht die von der Redaktion gezielt ausgewählten festen Redakteure die bestenfalls ein geringes Honorar nach einem Revenue-Share-Model erhielten. Dafür bekamen sie die Gelegenheit zur Selbstvermarktung und zur Verbreitung ihrer Sicht der Dinge. Erlesene Beiträge aus scienceblogs wurden auch in anderen Portalen wie Focus online, Süddeutsche.de oder Welt online als Widgets eingebunden. Zu diesen auserwählten Autoren zählt auch der Chefredakteur des Medien-Doktor.

http://www.scienceblogs.de/weitergen/2010/07/das-ausbluten-der-scienceblogscom.php

http://www.scienceblogs.de/beauty-full-science/kontakt.php

Die GWUP-Mitglieder nennen sich Skeptiker. Nach eigenen Angaben wollen sie mit wissenschaftlichen Methoden und kritischem Denken ungewöhnliche Behauptungen prüfen. Fraglich bleiben dabei sowohl die Methoden als auch das Denken. Vor diesem Hintergrund wundert man sich doch gleich weniger über den diffamierenden und verzerrten „Dokumentationsstil“ eines Patrick Hünerfeld – ganz egal, um welches Thema es geht, oder?

Fortsetzung folgt.

Ein Kommentar zu Borreliose: Serie zu den Hintergründen der umstrittenen TV-Borreliose-Dokus – Teil 3

  1. Borrelianer meint:

    Wo ist denn jetzt Teil 4 hin? Der war doch gerade noch online geschaltet? Und mein Kommentar zu Teil 4 ist auch nicht mehr da.

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