Zecken: Überraschende Studienergebnisse – mehr Kühe, weniger Borreliose

Ein jetzt veröffentlichter Artikel im Fachblatt Applied and Environmental Microbiology zeigt, dass Kühe die Prävalenz von zeckenübertragenen Krankheitserregern beeinflussen. Ganz besonders gilt dies für Anaplasma phagocytophilum, das HGA (“Ehrlichiose” bzw. human granulocytic anaplasmosis) auslöst und für Borrelia burgdorferi, dem Borreliose-Erreger.

Anstoß der Untersuchung war die Tatsache, dass in den letzten Jahrzehnten immer mehr Wildhüter im Untersuchungsgebiet der nördlichen Iberischen Halbinsel an Borreliose leiden und es immer mehr infizierte Zecken zu geben scheint. Die Arbeitshypothese der spanischen Wissenschaftler: Wilde und domestizierte Huftiere beeinflussen das Vorkommen von Zecken und die Prävalenz der beiden Krankheitserreger.

Ähnliches hatten schon Forschungen der Baden-Württemberg Stiftung ergeben. Die Forschungsergebnisse zeigten, dass in Grasflächen, die von Ziegen, Schafen oder Kühen beweidet wurden, deutlich weniger Zecken vorkommen als in Gebieten mit hohem Strauch- oder Graswuchs. Bekannt ist, dass sich Rinder und Ziegen selbst nicht mit Borrelien infizieren können. Neu ist die Erkenntnis, dass an Rindern, Ziegen und Schafen blutsaugende Zecken ihre Borrelien-Infektion vollständig verlieren.

Quellen:

http://www.asm.org/index.php/news-room/tip0412a.html

(F. Ruiz-Fons, I.G. Fernandez-de-Mera, P. Acevedo, C. Gortazar, and J. de la Fuente, 2012. Factors driving the abundance of Ixodes ricinus ticks and the prevalence of zoonotic I. ricinus-borne pathogens in natural foci. Appl. Environ. Microbiol. 78:2669-2676.)

http://www.stiftung-sponsoring.de/akteure-konzepte/projekte-programme/baden-wuerttemberg-stiftung-stellt-neueste-erkenntnisse-aus-der-borreliose-forschung-vor.html

2 Kommentare zu Zecken: Überraschende Studienergebnisse – mehr Kühe, weniger Borreliose

  1. Anja meint:

    Hallo,

    das wurde im April 2011 auch schon im agrar-presseportal.de veröffentlicht. Siehe hier:

    http://www.agrar-presseportal.de/Nachrichten/Wiederkaeuer-als-Sackgasse-Extensive-Bewirtschaftung-senkt-Borreliose-Risiko_article9073.html

    Liebe Grüße, A.M.

  2. Boris meint:

    Die Forschung weiss wohl bereits seit längerer Zeit, was Kühe und Ziegen in freier Natur leisten!!!

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/775312/

    veröffentlicht am 24.04.2008
    Mit Ziegen und Kühen gegen Zecken

    Forschungsprogramm Borreliose

    Von Solveig Grahl

    Ausschnitt!

    Drei Jahre lang haben die Biologen der Berliner Charité Wald- und Weidegebiete im Südwesten der Republik auf Zecken hin untersucht, finanziert von der Landesstiftung Baden-Württemberg. Ziel des Forschungsprojekts ist es, dem Krankheitserreger präventiv den Kampf anzusagen. Dabei haben die Wissenschaftler nicht nur herausgefunden, dass es auf Weideflächen viel weniger der kleinen Blutsauger gibt. Die Zecken sind hier auch fünf mal seltener mit den Borreliose-Erregern infiziert als in nicht beweideten Gebieten. Der Grund: Rinder oder Ziegen nehmen die gefährlichen Bakterien, die von der Zecke übertragen werden, nicht auf. Dania Richter:

    Aber noch viel besser: Wenn eine infizierte Zecke an einem Wiederkäuer saugt, dann verliert sie ihre Infektion. Das bedeutet, dass die Zecke dann, nachdem sie sich vollgesogen hat und sich zum nächsten Entwicklungsstadium gehäutet hat, für den Menschen nicht mehr gefährlich ist, den Menschen nicht mehr infizieren kann.

Kommentieren?

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Folgende HTML-Tags können benutzt werden: <a href=""> <abbr title=""> <blockquote cite=""> <cite> <code> <em> <q cite=""> <strike> <strong>