Borreliose: IDSA-Leitlinien – Der Fall schafft es in ein juristisches Fachjournal, Teil 1

Präzendenzfall – kartellrechtliche Untersuchung der Lyme-Borreliose-Leitlinien – Jura-Fachjournal

Teil 1: Juristisch betrachtet, heißt es u. a. in dem juristischen Fachartikel der Gonzaga Law Review, wirken die Leitlinien der amerikanischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten (IDSA) verpflichtend. Mittels Leitlinien

… werde geleugnet, dass es chronische Borreliose gibt

… wird deutlich gemacht, dass eine längere Antibiotika-Therapie nicht wünschenswert sei

… wird erreicht, dass Ärzte, die Patienten mit chronischer Borreliose behandeln, von den Ärztekammern bestraft werden können

… verweigern Versicherungen die Erstattung längerer Borreliosebehandlungen, denn sie zitieren diese in ihren Bescheiden.

IDSA-Leitlinien reduzieren Therapeutika-Markt für Lyme-Borreliose

Die Fakten illustrierten deutlich die Macht und Fähigkeit der IDSA und ihrer Gremienmitglieder, einen Wettbewerb zu verhindern, deshalb habe Senator Blumenthal juristisch einen kartellrechtlichen Streitfall bei der IDSA vermutet. Weiter heißt es in dem Fachblatt: Ein Gericht würde feststellen, dass die IDSA-Leitlinien den Lyme-Borreliose-Therapie-Markt signifikant reduziert haben, und dass die Vorgehensweise der IDSA bei der Entwicklung der Leitlinien und der Borreliosebehandlung ausreichend kommerziellen Motiven folgt, um das Sherman-Gesetz anzuwenden.

(Anmerkung: Der Sherman Antitrust Act von 1890 war die erste Rechtsquelle für das US-amerikanische Wettbewerbsrecht. Es sollte angesichts der Entstehung marktbeherrschender Trusts, Kartelle und Monopole deren große Marktmacht einschränken. Nach der Verabschiedung des Gesetzes wurde es zunächst kaum angewandt; erst unter Präsident Theodore Roosevelt erfolgte eine stärkere Anwendung.) Fortsetzung folgt.

Recherchiert und übersetzt von B. Jürschik-Busbach © 2012

Quelle: http://gonzagalawreview.org/2011/01/31/unprecedented-antitrust-investigation-into-the-lyme-disease-treatment-guidelines-development-process/

Ebenfalls zum Thema:
http://www.verschwiegene-epidemie.de/2012/01/borreliose-bleiben-die-idsa-leitlinien-in-den-usa-gelistet-droht-ein-rechtsstreit/

http://www.verschwiegene-epidemie.de/2012/01/borreliose-us-petition-zur-uberarbeitung-der-idsa-leitlinien-fast-8000-unterschriften/

http://www.verschwiegene-epidemie.de/2012/01/borreliose-drohen-bei-der-neuen-geplanten-s3-leitlinie-interessenskonflikte/

2 Kommentare zu Borreliose: IDSA-Leitlinien – Der Fall schafft es in ein juristisches Fachjournal, Teil 1

  1. Teresa M. meint:

    Ich verstehe Einiges nicht. Was sind die kommerziellen Motive, den die IDSA folgt? Wo ist der Vorteil für die IDSA, wenn Versicherungen weniger Antibiotika bezahlen? Was ist der Vorteil für die IDSA, wenn die IDSA die Existenz von chronischer Borreliose leugnet?
    mfg, Teresa

    • Zeckenstich-Borreliose: Die verschwiegene Epidemie - 9 LEBEN Verlag meint:

      Einige der IDSA-Leitlinienautoren arbeiten als hochbezahlte “Berater” für Versicherungskonzerne. Versicherungskonzerne wiederum freuen sich, wenn sie für eine Therapie nicht länger als 4 Wochen zahlen müssen und berufen sich dabei auf die Leitlinien.

Kommentieren?

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Folgende HTML-Tags können benutzt werden: <a href=""> <abbr title=""> <blockquote cite=""> <cite> <code> <em> <q cite=""> <strike> <strong>