Lyme-Borreliose: Wenn Leitlinien zu Leidlinien werden …

Demnächst wird man sich seitens der AWMF zusammensetzen, um eine S3-Leitlinie zur Lyme-Borreliose zu erstellen. Dazu sollte man wissen, dass medizinische Leitlinien der AWMF 3 Klassifikationen unterliegen. Die bisherigen Leitlinien der Neurologen und Dermatologen entsprachen nur der Klassifikationsstufe S1, was der niedrigsten Qualität entspricht. Soll heißen, das Gremium ist selektiert, es gibt keine systematische Evidenz(=Nachweis)-Basierung und die wissenschaftliche Legitimation der Methode ist daher auch denkbar gering. Das klingt sehr nach dem GOBSAT-Prinzip (“good old boys sitting around a table”). Erstaunlich ist auch, dass man sich bei beiden S1-Leitlinien u. a. auf die vielzitierte Klempner-Studie stützt. Eine Studie, die bei einer Überprüfung die zweit-schlechteste Note hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Qualität bekam, hier nachzulesen:
http://www.verimresearch.com/Verim%20Research%20Klempner%20Lyme%20Treatment%20Analysis.pdf

Immerhin wird immer wieder mit Verweis auf diese qualitativ völlig unzureichende Studie Borreliosepatienten eine längere antibiotische Behandlung verweigert. Es bleibt zu hoffen, dass man sich bei der künftigen S3-Leitlinie die jeweilige Studienqualität ein wenig kritischer anschauen wird. Im Gegensatz zu einer S1-Leitlinie ist eine S3-Leitlinie qualitativ und methodisch höher einzuschätzen.

Leitlinien und Interessenskonflikte

Und wenn man Ihnen als Patient versichert, Sie werden “leitliniengerecht” behandelt, dann fragen Sie ruhig mal, welche Leitlinie gemeint ist. Schauen Sie sich an, welche Qualität die Leitlinie hat. S1, S2 oder S3?

Im Übrigen häufen sich die Fälle, bei denen Leitlinienautoren schweren Interessenskonflikte unterliegen. Beispiel: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=45278 oder hier: Was Pharmakonzerne US-Ärzten zahlen oder hier: http://www.forum-gesundheitspolitik.de/artikel/artikel.pl?artikel=2014 oder hier: http://www.arznei-telegramm.de/html/2005_11/0511101_01.html

Handelt es sich wirklich um evidenbasierte Leitlinien, oder um “eminenz-basierte”, “pharma-basierte” oder “versicherungsbasierte” Leitlinien? Bleiben Sie kritisch!

 

 

 

Ein Kommentar zu Lyme-Borreliose: Wenn Leitlinien zu Leidlinien werden …

  1. casa meint:

    in hessen sind viele leute mit borrelliose aber werde genant verdacht borrelliose weil wie ist mir passiert nach eine sofort antibiotikerbehandlung dann nach 4 jahre ind di sintome alle gekommen und auch wennjetz nach 6 woche behandlung von dioxillin die sintome jede nach 3 oder 4 monat die kommen wieder zuruck und jetz habe ich eine komische anämie mit eine kurze leben von meine rote globul und muskel schmerzen

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