Chronische Borreliose? Was ist in der Forschungspipeline bis 2017?

Wohl jeder, der chronisch an Borreliose erkrankt, fragt sich eines Tages, warum es bis heute nicht gelungen ist, ein wirksames Medikament (Antibiotikum), das Borreliose heilen könnte, auf den Markt zu bringen. Immer wieder fragen sich Patienten, warum Borreliose für die Pharmaindustrie nicht interessant ist. Immerhin sind laut WHO allein in Deutschland Millionen infiziert.

Nahezu alle doppelblinden Studien, die in den USA durchgeführt werden, werden von der Industrie finanziert. Chronische Borreliose scheint nicht in deren Fokus zu liegen. Da jede Forschungsinvestition ein außerordentliches Gewinnpotenzial bergen muss, heißt das im Umkehrschluss, Borreliose ist kein interessanter “Business-Case”, ergo: Forschung findet schlichtweg nicht statt. Die Medaille hat leider noch eine sozialgesellschaftliche Seite, denn Patienten wird damit eine potenzielle, wirkungsvolle Therapie gezielt vorenthalten und eine mögliche Heilung versagt.

Borreliose – Was ist in der Forschungspipeline bis 2017?

Hier geht es zu den Voraussagen des Markts für Borreliose-Therapeutika bzw. zu dem, was in der “Pipeline” ist, bis 2017: http://reports.innovaro.com/reports/lyme-disease-drug-pipeline-analysis-and-market-forecasts-to-2016 Die Marktanalyse kann man für schlappe 2000 US-Dollar kaufen. In der Zusammenfassung heißt es u. a.: Gegenwärtig sind Cephalosporine der 3. Generation, Cephalosporin und Tetrazyklin-Kombinationen, Borreliose-Impfstoffe, OspA-Impfstoff und OspA-DbpA-Kombinationsimpfstoff in der Pipeline.

Die maßgeblichen Marktführer im Borreliosemarkt sind Pfizer, Baxter International, GlaxoSmithKline und die Intercell AG.

Übersetzt und recherchiert B. Jürschik-Busbach © 2011


2 Kommentare zu Chronische Borreliose? Was ist in der Forschungspipeline bis 2017?

  1. Regi meint:

    Am wichtigsten wäre endlich mal ein aussagekräftiger, allgemein anerkannter und zuverlässiger Test, der aktive von ausgeheilten Borreliosen unterscheiden kann. Vielleicht stellt sich dann raus, dass chronisch persistierende Borreliosen häufig sind oder tatsächlich selten. Trifft letzteres ein, braucht es geeignete Diagnostika, die entsprechende Beschwerden erklären können.

    Ich glaube, erst wenn ein Test belegen kann, dass es häufig zu persistierenden Infektionen kommt, werden geeignete Therapien entwickelt. Derzeit geltende Leitlinien behaupten leider immer noch ohne jegiliche Evidenz, dass chronische Verläufe selten sind. Es ist bekannt, dass nicht oder kaum an Therapien für seltene Krankheiten geforscht wird – nicht nur bei der Borreliose.

    LG, Regi

  2. Birgit meint:

    Ja, Regi – ein zuverlässiger diagnostischer Test wäre dringend notwendig – stattdessen ist jahrzehntelang Forschungsgeld in die Impfstoffentwicklung geflossen. In den USA arbeitet man bereits an besseren Tests. Mal schauen… Wg. “Seltene Krankheiten” – da wird inzwischen einiges getan. Mit einer EU-Verordnung und einem Bündel von Anreizen hatte die stiefmütterliche Behandlung der Orphan Drugs ein Ende. Die Bilanz nach zehn Jahren Orphan-Drug-Act fällt positiv aus, ebenso die Prognose.
    http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=33786
    http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/2052.php
    Viele Grüße
    Birgit

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