Wissenschaftler fordern Borreliose-Studien

Achtung – dies ist nur eine grobe Übersetzung und Zusammenfassung des Artikels – ohne Gewähr. Ausschlaggebend ist immer das Original, doch für jene, die eben gut in Mathe und schlecht in Englisch sind, bietet die Übersetzung immerhin einen ersten Überblick:

Ärzte und Wissenschaftler in den USA klagten auf einer Konferenz in Washington über die mangelnde Unterstützung, wenn es um die Behandlung von Patienten mit chronischer Borreliose geht.

“Auf unserer Sitzung war nicht erwartet worden, dass wir über die Behandlung chronischer Borreliose sprechen”, sagt der Infektiologe Sam Donta. “Aber als wir unsere Vorbesprechung für diese Konferenz hatten, hieß es, wir sprechen über Diagnose und Management der Borreliose. Ich sagte, wie könnt Ihr über Management sprechen, ohne über die Therapie zu reden?” “Das IOM (Institute of Medicine) definiert die chronische Borreliose überaus restriktiv”, sagt Donta.”Ich hoffe, das IOM hört endlich zu.” Geplant ist, dass das IOM einen Bericht über die Lücken hinsichtlich Prävention, Besserung und Lösungen bei Lyme-Borreliose und anderen zeckenübertragenen Krankheiten herausgeben wird, der z. B. das NIH (National Institutes of Health) unterstützen wird. Obwohl die Behandlung der chronischen Borreliose seit Jahrzehnten kontrovers ist, hat das IOM diese Sache auf Wunsch des NIH von der Agenda genommen.

Es gibt weitgehende Meinungsverschiedenheiten darüber, was die chronische Erkrankung auslöst bzw. aufrechterhält. Eine Reihe von Symptomen persistieren bei Patienten auch wenn sie zuvor behandelt wurden. Die Bezeichnungen für diesen Zustand differieren, aber egal, ob man es chronische Borreliose, Post-Lyme-Syndrome oder anders nennt, Patienten leiden an Erschöpfung/Müdigkeit, Schmerzen, vorübergehenden Lähmungen, Herzproblemen und ernsthaften kognitiven Schwierigkeiten.

“Unsere Patienten mit Post-Lyme-Syndrom fühlen sich furchtbar; ihr Leben ist in unermesslicher Weise zerstört und sie haben Antworten verdient”, sagt Afton Hassett, der über Biomarker referierte, die zur Diagnose der chronischen Borreliose genutzt werden könnten.

Viele Patienten mit chronischer Borreliose entsprechen nicht den Borreliose-Kriterien des CDC (Centers for Disease Control and Prevention). Paul Mead, CDC-Epidemiologe wünscht sich neue Einsichten, die die Diagnose und Behandlung jener Patienten verbessern helfen, die den CDC-Kriterien gegenwärtig nicht entsprächen. “Es ist gar keine Frage, dies ist eine wirkliche Entität, doch was ist die beste Therapie?”

In seiner Präsentation wies Dr. Brian Fallon erneut auf seine Studie hin, die zeigte, dass Patienten mit starken Schmerzen von den intravenös verabreichten Antibiotika profitierten. Patienten mit geringen Schmerzen ging es mit iv Antibiotika jedoch nicht besser als jenen mit Placebos. Dennoch – die Studienergebnisse werden heruntergespielt. Es müsste mehr Studien geben, die den Fokus auf die Verwendung von sicheren Antibiotika und nicht-antibiotischen Behandlungen legen. Siehe auch: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17928580

Das NIH finanziert keine Therapiestudien für chronische Borreliose und das IOM zögert ebenfalls, weitere Studien zur antibiotischen Behandlung anzuregen, sagt Fallon, da man bislang nicht sicher ist, ob chronische Borreliose die Folge ausgedehnter entzündlicher Reaktionen auf Borrelia burgdorferi ist, obwohl der Erreger möglicherweise mit einer kurzzeitigen antibiotischen Therapie eliminiert wurde.

Linda Bockenstedt zeigte Bilder immobiler Borrelien, die im Gewebe von Mäusen verblieben, lange noch nachdem sie mit Antibiotika behandelt worden waren.

Im März 2011 sollte das IOM ein Kommittee einsetzen, das den Stand der Wissenschaft/des Wissens zu zeckenübertragenen Erkrankungen analysieren soll. “Wir haben die Auflage, dass wir Behandlungsleitlinien weder berücksichtigen noch diskutieren und daran werden wir uns halten”, sagt Lonnie King, Vorsitzender dieses Kommittees. Befürchtet wird, dass ein kompliziertes Thema wie die Behandlungsleitlinien den wissenschaftlichen Fokus der Konferenz abschwächen könnte.

Übersetzt und recherchiert B. Jürschik-Busbach © 2011

Hier geht es zum Originaltext in Nature News: http://www.nature.com/news/2010/101014/full/news.2010.542.html?s=news_rss

2 Kommentare zu Wissenschaftler fordern Borreliose-Studien

  1. Regi meint:

    Macht wieder ein bisschen Hoffnung. Danke für diese Zusammenfassung. Hoffe, du wirst über das Ergebnis auch was schreiben, wenns denn überhaupt ein Ergebnis gibt ;-)

  2. Birgit meint:

    Hallo Regi,
    sobald ich mehr darüber lese oder höre, werde ich es natürlich übersetzen und veröffentlichen!
    Viele Grüße
    Birgit

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