Es gibt keine Borreliose in Australien…

Hier die grobe Übersetzung des Sydney Morning Herald-Artikels. Wie immer ohne Gewehr, pardon Gewähr. ;-)

Das Oberste Gericht in Sydney gewährt nun der Witwe eines Borrelioseopfers die Autopsie ihres Mannes, wie der Sidney Herald berichtet.

Karl McManus starb drei Jahre nach einem Zeckenstich. Es ist jener Karl McManus, für den ein Freund eine Rakete baut, um die Asche in den Himmel zu schicken.

Innerhalb von sechs Wochen verlor McManus, 43 Jahre alt, zunehmend die Mobilität seiner Finger, Hände und Arme. Er erhielt die Diagnose Multifokale Neuropathie, nachdem sein Borreliosetest negativ war. Tests in den USA und Deutschland waren jedoch positiv ausgefallen. Eine Apothekerin sagte der Zeitung, dass australische Tests nicht adäquat seien, weil die Pathologen nach Antikörper im Blutserum suchen, statt nach Proteinen von Borrelia burgdorferi im Gewebe. Die Gesundheitsbehörden behaupten, es gäbe keine Borrelien in Australien, auch die Zecken seien mit dem Erreger nicht infiziert.

Tim Roberts von der Newcastle University glaubt, dass es für die Behörden immer schwieriger wird, Borreliose in Australien zu leugnen. “Westmead Hospital, wo die meisten Tests durchgeführt werden, sagt, es gibt keine Borrelien in Australien, aber eine signifikante Anzahl von Patienten zeigen Symptome”, sagt Professor Roberts. Der Arzt Peter Mayne erklärt, er habe 12 Patienten, die an Borreliose leiden. Westernblot-Tests (Standard in Australien seit 25 Jahren) versage in den meisten Fällen, da Patienten unter antibiotischer Therapie keine Antikörper gegen Bb bilden.

McManus erstickte aufgrund einer Zungenlähmung. Der Witwe wurde zunächst eine Autopsie verweigert. Sie ging vor Gericht. Erste Ergebnisse werden morgen erwartet.

Übersetzt und recherchiert B. Jürschik-Busbach © 2011

3 Kommentare zu Es gibt keine Borreliose in Australien…

  1. Birgit meint:

    Die Witwe hat inzwischen eine Stiftung gegründet: http://karlmcmanus.org/

  2. Birgit meint:

    Auch hier wird immer wieder auf Neues rund um Lyme-Borreliose berichtet. Unter anderem auch über die tragische Geschichte von Karl McManus: http://lyme-hilfe.npage.de/aktuelles_aus_australien__17355436.html

  3. Anke meint:

    drei Jahre spaeter schauen die Australier nun endlich gnauer hin, da es zu viele verleugnete Faelle gibt, die lebende, leidende Zeugen sind. Viele gehen, so sie es sich leisten koennen, zur Behandlung nach Deutschland, die anderen hoffen, dass der Staat es endlich zu gibt und nicht nur Diagnosen zulaesst, sondern auch Behandlungen unterstuetzen wird.

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